Das wollen wir lesen!

Mit den Worten „Was wir lesen wollen“ geht diesen Frühling der Ecco Verlag aus Hamburg an den Start. Geführt wird er von einem fünfköpfigen Frauen-Team, auch das Programm ist eindeutig weiblich: es wird nur Literatur von Frauen verlegt. Programmchefin Heike Kloth betont in einem Interview mit dem NDR, dass es ihnen mitnichten um Exklusion gehe – der Verlag richte sich an alle Geschlechter. Da jedoch die männliche Perspektive in der literarischen Welt immer noch vorherrschend ist, stellt die Förderung von Autorinnen einen wichtigen Schritt zur Gleichstellung dar.

Fünf Frauen, fünf Bücher: das erste Programm umfasst Autorinnen aus Finnland, Neuseeland, Deutschland und den USA. Zwei von ihnen haben wir schon gelesen (die anderen sind natürlich auch bald dran): „Die Unbezwingbare“ von Katja Kettu spielt im Ojibwe-Reservat in Minnesota: dorthin kehrt Lempi nach Jahren der Abwesenheit zurück, um das Verschwinden ihrer Mutter Rose aufzuklären. Eine Geschichte über Identität und Zerrissenheit, Gewalt an indigenen Frauen und die Nichtaufklärung derselben, über Mystik und Magie. Seine bildreiche Sprache und die stimmungsvollen Metaphern machen den Roman zu einer echten Besonderheit, zudem erfährt man Interessantes über die Verflechtung finnischer und indigener Kulturen in den USA.

In Meg Masons „Was wir wollen“ folgen wir Ich-Erzählerin Martha durch ihr von vielen Tiefen und rastloser Suche gekennzeichnetes Leben. Mit ihrer Depression scheint ihr keine Normalität vergönnt zu sein. Martha hängt sich an jeden Strohhalm, der ihr ein normales Leben verspricht. Doch selbst ihr langjähriger Partner Patrick kann sie nicht ihr Leben lang aufrecht halten. An ihrem 40. Geburtstag eskaliert die Situation gänzlich… lustig und bedrückend zugleich erzählt der Roman in poetischen Worten von einem Frauenschicksal.