Zeit, Zeit und nochmals Zeit

Gerade ist eine seltsame Zeit. Milde ausgedrückt. Viele schockierende Nachrichten rund um das Corona-Virus erschüttern die ganze Welt. Hinzu kommen weiterhin aktuelle Themen, wie beispielsweise der ethische Umgang mit Geflüchteten, dabei hochaktuell die Lage in Griechenland und der Türkei, ebenfalls verschärft durch die Pandemie. Wie können Wir hier vor Ort Verantwortung übernehmen? Welche Möglichkeiten schöpfen Wir dabei aus, welche gäbe es noch?

Um auf kleinster Ebene zu einer positiven Entwicklung der weltweiten Situation beizutragen, sind bereits jetzt neue Aufgaben und Fragen an unser aller Alltag entstanden. Wie werden Wir beispielsweise den durch die Kontaktbeschränkungen veränderten Anforderungen an die Betreuung Unserer Kinder gerecht?

Es gibt viele Möglichkeiten, unseren Alltag (neu) zu gestalten. Wir können die Zeit für gemeinsame Aktivitäten nutzen. Zusammen kochen, spazieren gehen, spielen, lesen. Wir sind auch in der Verantwortung die Bildung Unserer Kinder zu unterstützen, solange die Schulen noch geschlossen sind. Dabei können Wir die Rolle der Lehrenden sowie den Schulunterricht nicht ersetzen. Als Erwachsene fällt es Uns aber womöglich leichter, unseren Kindern einen geordneten Rahmen für das Lernen mithilfe der von den Schulen gestellten Aufgaben zu ermöglichen. Der Alltag stellt natürlich auch andere Anforderungen als die Betreuung Unserer Kinder an Uns. Um diese erfüllen zu können, braucht es Zeiten, in denen sich viele von Uns alleine beschäftigen. Auch hierzu gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Es können Gruppen über soziale Netzwerke gebildet werden, in denen beispielsweise gemeinsame Geschichten geschrieben werden. Über verschiedene Plattformen ist Sport in den vier Wänden unter Anleitung möglich. Es kann gebastelt, gepuzzelt und gelesen werden.

Als lokale Buchhandlung sind Wir in der Lage, dazu beizutragen, dass Sie und Ihre Kinder schnell und unkompliziert mit Lesestoff versorgt werden. Gleichzeitig sind auch Wir von den wirtschaftlichen Folgen der Veränderungen Unseres gewohnten gesellschaftlichen Lebens betroffen und freuen Uns umso mehr über Ihre Unterstützung des lokalen Buchhandels. Denn Unsere Überzeugung bleibt die gleiche: Lesen fördert. Es unterhält, regt an, lenkt ab, verbindet. Literatur bietet eine Plattform für Diskurse. Und diese möchten und können Wir als Buchhandlung auch weiterhin bieten.

Aus diesem Grund haben Wir Ihnen hier einige Buchempfehlungen zusammengetragen, die Ihren Kindern die Möglichkeit zum Weiterdenken bieten können. Es ist und bleibt wichtig, sich mit gesellschaftlich-politischen Themen auseinanderzusetzen, um einen Beitrag dazu zu leisten, dass Unser gesellschaftliches Zusammenleben seine humanistischen Grundzüge behalten darf und Unsere daraus resultierenden Ideale auch in Zukunft bestehen bleiben. Ebenso wichtig ist es, die Umsetzung dieser Ideale kritisch zu verfolgen und wach zu bleiben für Ungerechtigkeiten in der Welt. Es mag pathetisch klingen, doch auch die Auseinandersetzung mit Unserer Welt durch Literatur kann dazu einen unschätzbaren Beitrag leisten. Denn Lesen schafft Denk- und Handlungsräume.

Ich bin ein Kind und ich habe Rechte“ von Alain Serres und Aurélia Fronty (ab 4 Jahren)

Alle Menschen haben bestimmte Rechte. In der Umsetzung gibt es allerdings sehr viele verschiedene Auffassungen darüber, wem welche zustehen. In diesem Buch werden bereits für kleine Leser*innen eine Reihe von Rechten, die in der UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurden und immer wieder überarbeitet werden, erklärt. Denn Kinder haben Rechte und darüber müssen wir reden, vor allem mit den Kindern selbst. Das Recht auf einen Namen, Gesundheit, Gleichberechtigung, das Recht auf Bildung, Schutz und eine eigene Meinung sind einige der hier versammelten und achtsam illustrierten Rechte, die dadurch wunderbar verständlich auch schon für unsere Kleinsten bearbeitet wurden.

Tagesschau & Co.“ von Sarah Welk (ab 10 Jahren)

Wir bekommen viele unserer Informationen darüber, was in der Welt passiert, über Nachrichten. Im Fernsehen, Internet oder in der Zeitung gibt es unzählige Artikel, Interviews, Reportagen und andere informative Beiträge. Aber können die Macher*innen eigentlich wirklich das Geschehen auf der ganzen Welt in diesen zwar zahlreichen, aber dennoch relativ kurzen Zusammenfassungen wiedergeben? Wer wählt wie und vor allem was aus? Woher kommen die ganzen Informationen und wie kann sichergestellt werden, dass sie stimmen? Was passiert, wenn wir Dinge gesagt bekommen, die eigentlich völlig anders sind? Und wer entscheidet, was richtig und was falsch ist?

So viele Informationen. Lassen wir uns von dieser Fülle nicht einschüchtern und lernen statt dessen einen für uns gesunden Umgang damit, indem wir kritisch bleiben, aktiv werden und gleichzeitig darauf aufpassen, dass uns diese große Menge an Input nicht überfordert!

Carlsen Klartext“ (ab 13 Jahren)

Die Sachbuchreihe »Carlsen Klartext« liefert das Wissen, um Aktuelles aus Gesellschaft und Politik zu verstehen. Erfahrene Journalistinnen und Journalisten stellen in jedem Band ein relevantes Thema vor und erklären anschaulich und kompetent die Zusammenhänge. So vermitteln sie das Hintergrundwissen, das bei der eigenen Meinungsbildung hilft – denn die gestellten Fragen gehen uns alle an.“

Extremismus“ von Anja Reumschüssel

Es gibt die unterschiedlichsten Formen von Extremismus. Besonders in Zeiten, in welchen sich Menschen bedroht fühlen, entwickeln sie extreme Weltansichten, auf die leider oft auch extreme Taten folgen. Doch was ist das eigentlich, Extremismus? Ist es bereits Gewalt, wenn ich jemanden verbal attackiere? Oder sind es nur die physischen Taten, die gefährlich sind, wenn sie gegen unsere Menschenrechte verstoßen? Wer entscheidet eigentlich über diese Menschenrechte, wann, wo und wie? Sollten dabei extremen Meinungen Gehör verschafft werden? Oder untergräbt das unser Verständnis von einer offenen, toleranten und gleichberechtigten Gesellschaft?

Um einen Einstieg in diese komplizierten Zusammenhänge zu finden, klärt Anja Reumschüssel in ihrem Sachbuch für Jugendliche grundsätzliche Fragen zu diesem Thema. Angefangen dabei, was unsere Voraussetzung für die Definition von Extremismus ist, lässt sie nicht außer Acht, dass es bei allen Definitionen auch Uneinigkeiten zwischen Expert*innen gibt und bietet somit Raum für Selbstreflexionen und kritisches Hinterfragen.

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