John Green: Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?

Wie viele Sterne bekommt die zeitliche Verbreitung der Menschheit auf der Erde? John Green, als Jugendbuchautor bekannt, bewertet in seinem neuen Buch alles, was ihm (und uns Menschen im Anthropozän) zwischen die Finger kommt. Der mit Amazon nahezu unumgänglich gewordene Fünf-Sterne Bewertungsmaßstab ist für Green Sinnbild und Ausgangspunkt zugleich.
Ausgangspunkt um „darauf zu achten, worauf ich achtete“, wie Green es ausdrückt, eine zunächst etwas beliebige, aber charmante Struktur für seine gedanklichen Streifzüge durch das vom Menschen dominierte Zeitalter. Und so beliebig ist es natürlich doch nicht, denn gerade weil eine solche Skala eher für datenbasierte Werbezwecke als für Gesellschaftsanalyse geeignet sind, treffen sich hier lächelnd Form und Inhalt.

Beispiel Höhlenmalereien von Lascaux (viereinhalb Sterne): Im Südwesten Frankreichs stoßen ein paar Jugendliche in den 1940er Jahren auf ein weitverzweigtes Höhlensystem, das von oben bis unten mit prähistorischen Malereien verziert ist. Die Handnegative und Tierzeichnungen sind ca. 17 000 Jahre alt und mittlerweile touristisch nicht mehr zu besichtigen. Die menschliche Aufmerksamkeit hat zur Bildung von Flechten und Schimmel beigetragen, die Malereien teilweise zerstört. Stattdessen gibt es nahezu identische Nachbauten der Höhlen zu sehen: Das Abbild vom Abbild 17000 Jahre alter Hände. Absurdität des Anthropozäns und Hoffnungsschimmer zugleich! Diesen Widersprüchen spürt Green in seinen Essays mit großer erzählerischer Kunst nach, es ist eine Freude ihm dabei zu folgen!