Annas, Max: Finsterwalde.

Max Annas‘ Romane sprengen die Genregrenzen des Kriminalromans: Nach „Illegal, seinem letzten Krimi, in dem ein Flüchtling aus Ghana ohne Aufenthaltserlaubnis als „Illegaler“ in Berlin lebt und auf eigene Faust einen Mörder ausfindig macht, schaut der Autor mit „Finsterwalde“ in ein Deutschland in 20 Jahren: Die Europäische Union gibt es nicht mehr, jedes Land schottet sich mit streng kontrollierten Grenzen vor jeglicher Einwanderung ab. In Deutschland regiert eine rechtspopulistische Partei, die nach der Regierungsübernahme alle Eingewanderten aus Afrika in Lagern stecken ließ, um sie dann in die jeweiligen afrikanischen Länder abzuschieben – bilaterale Wirtschaftsverträge machen dies möglich. Finsterwalde, eine leergeräumte Stadt in Brandenburg, ist umzäunt, und ihre neuen Bewohner warten auf die Abschiebungen. Darunter ist auch Marie mit ihren zwei Kindern. Sie schließt sich einer Gruppe von Geflüchteten an, die sich mit ihrer Situation nicht abfinden wollen. Da taucht das Gerücht auf, in Berlin seien drei afrikanische Kinder ohne Eltern gefunden worden. Marie beschließt, aus Finsterwalde „auszubrechen“, um in Berlin nach den Kindern zu suchen. Gleichzeitig macht sich der legal eingereiste Grieche Theo, dessen Frau eine Arztpraxis in Berlin übernehmen darf, auf den Weg nach Finsterwalde. Er sucht die Vorgängerin der Arztpraxis, eine Afrikanerin namens Marie…

Das ist der Beginn einer spannenden Geschichte, in der es auch um die Frage geht, wer die Eltern der drei gesuchten Kinder umgebracht hat. Max Annas beschreibt ein beklemmendes Szenario, dessen Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit ziemlich nah an die heutige Realität – Seehofers „Ankerzentren“ - herankommt.

Annas, Max
Rowohlt Verlag
ISBN/EAN: 9783498074012
22,00 €
Annas, Max
ROWOHLT DIGITALBUCH
ISBN/EAN: 9783644001602
19,99 €
Kategorie:
Krimi