Matilda Dietrich (9 Jahre): Endlich angekommen!

In einem Dorf lebten viele Leute darunter auch drei Geschwister. Die drei Geschwister waren glücklich und zufrieden, sie freuten sich ihres Lebens. Doch dann starben ihre Eltern bei einem Autounfall. Für die drei Kinder brach die Welt zusammen. Keiner im Dorf wollte sie aufnehmen. Sie flohen ganz alleine in einen geheimnisvollen Wald. Dort schliefen sie ein paar Nächte auf einem riesigen alten Baum. Seine Äste waren so breit das sie keine Angst haben mussten herunterzufallen. In einer Nacht konnte Luca der jüngste der Geschwister nicht einschlafen, ihm war kalt und er hatte großen Hunger. Er weinte leise vor sich hin. Davon wachten die Schwestern Maria und Elli auf. Sie trösteten ihn und sangen ihm ein Lied vor, das ihre Eltern ihnen zum Einschlafen immer vorsangen. „Der Mond ist aufgegangen, die gold'nen Sternlein prangen.“ Damit schliefen alle ein.

Am nächsten Morgen gingen die drei Kinder Beeren sammeln. Sie fanden nicht sehr viele, doch um den Hunger zu stillen, reichten sie aus. Von Tag zu Tag wurden es immer weniger Beeren. Eines  Nachmittags, als jeder nur noch eine Hand voll Beeren fand, sagte Maria zu ihren Geschwistern „wir müssen irgendwo anders hin, es gibt hier bald keine Beeren mehr. Außerdem wird es langsam

Winter, es wird zu kalt für uns.“

Sie überlegten stundenlang wohin sie gehen könnten, bis Elli eine Idee hatte „wir könnten doch zu unseren Großeltern!“ Maria sah sie verwundert an. „Unsere Großeltern sind doch schon lange tot“. „Ja“, sagte Elli „aber ihr Haus steht doch noch. Wir haben doch oft dort gespielt und die Menschen im Dorf waren immer nett und freundlich zu uns. Sie werden uns bestimmt helfen“. Die Geschwister fanden die Idee gut und beschlossen gleich am nächsten Morgen aufzubrechen. Als sie alles beredet hatten, suchten die drei noch die letzten Beeren. Die Kinder gingen früh schlafen, um für den weiten und beschwerlichen Weg ausgeruht zu sein.

Am Morgen brachen die Kinder früh auf. Sie wanderten los, immer am Fluss entlang. Der Weg war lang und dauerte viele Stunden. Nach einiger Zeit bekam Luca Hunger. Sie machten eine Pause und aßen die letzten Beeren, die sie noch hatten. Der Weg führte weiter am Fluss entlang. Die Landschaft war still und wie ausgestorben. Die drei fanden eine Moosstelle und legten sich schlafen.

 

Die Kinder erwachten am nächsten Morgen vom Hämmern eines Spechts. Er baute sich hoch oben in einer Kiefer ein Unterschlupf. Sie beobachteten ihn eine Weile.

Der Weg führte sie weiter am Fluss entlang. Der Weg wurde nicht leichter und nach einer Weile sahen die Kinder eine Weggabelung. Die drei wussten nicht in welche Richtung sie weiter gehen sollten. Der Fluss war weit und breit nicht mehr zu sehen. Sie überlegten lange und Maria schien die Stelle wieder zu erkennen. „Ich glaube wir waren hier schon einmal. Erinnert ihr Euch, als wir mit unseren Eltern ein Osterpicknick hier gemacht haben? Ich denke, wir sollten den Weg nach links nehmen.“ Die Kinder gingen den Weg, der nach links führte. Der Weg war holprig und steinig, es war eine einsame Landschaft. Man hörte kein Vogelgezwitscher. Die Geschwister gingen den schmalen Weg entlang, sie stolperten mehrmals und schlugen sich die Knie auf. Ein paar Stunden vergingen und die drei schleppten sich noch immer den weiten Weg entlang. Maria fing an zu singen aber sie konnte Elli und Luca nicht aufmuntern.

„Da, da war was“, flüsterte Maria ängstlich. „Das war bestimmt nur ein Vogel“, sagte Elli. „Ach so“. Sie gingen weiter. „Da, da ist schon wieder was. Ein Rascheln“, flüsterte Maria ganz leise. „Nein, das bildest Du Dir bestimmt nur ein“, sagte Elli ein bisschen ärgerlich. So stritten sich die älteste und die mittlere Schwester. Doch plötzlich hörten alle drei Kinder ein knurren. Luca hatte Angst. Er fing an zu weinen und Elli schaute sich hektisch um. Sie sah in einem Gebüsch einen ausgewachsenen großen Bären. Er hatte lange Krallen und zotteliges braunes Fell. Elli stand unter Schock. Maria rief „Elli! Luca! Rennt!“ Sie rannten um ihr Leben und es war keine Sekunde zu früh. Der Bär Hatte sie nämlich schon gesehen und rannte ihnen hinterher. Nach einigen Minuten hatte Luca keine Puste mehr. Elli nahm ihn auf den Rücken und es ging weiter. Sie rannten und rannten. „Da müssen wir rauf. Seht ihr den großen und hohen Baum dort?“ rief Maria aufgeregt.

Die Klettertour wurde sehr schwer. Maria war schon oben, aber Luca und Elli kamen nicht hoch. Luca kletterte auf Ellis Schultern und erreichte einen Ast. Nur leider brach dieser Ast ab und er fiel auf Elli. Sie rappelten sich schnell wieder auf, denn der grauenvolle Bär kam immer näher. Maria steckte ihre Hand nach unten, aber Elli konnte ihre Hand nicht erreichen. Der Bär war nur noch hundert Meter von ihnen entfernt. „Versuche es doch mit der Räuberleiter“ rief Maria hinunter. Luca stellte sich schnell auf Ellis Hände. Zum Glück konnte er einen kleinen Ast erreichen. Er hangelte sich hoch und stand jetzt auf einem morschen, wackeligen Ast. Maria steckte wieder die Hand, sie erreichte Luca's Hand und zog ihn hoch. Elli guckte sich in der Zeit nach dem Bären um, ungefähr dreißig Meter trennten die beiden voneinander. Sie hatte große Angst und wollte nicht sterben. Mit aller Kraft machte sie einen großen Sprung und hangelte sich an einem Ast weiter hoch. Elli sagte zu sich „jetzt bloß nicht runter fallen“ und erreichte in der letzten Sekunde den sicheren Ort ihrer Geschwister.

Die drei schrien vor Glück und Erleichterung. Sie hatten es geschafft, dem Bären zu entkommen. Der Baum war sehr hoch. Die Blätter waren vertrocknet. Die drei guckten sich um. Man hatte eine tolle Aussicht. Sie sahen den Fluss, nachdem sie schon lange gesucht hatten. Sogar die Kirche aus ihrem Heimatdorf sahen sie. Da sagte Luca aufgeregt „ist dahinten nicht das Dorf, in dem Oma und Opa gewohnt haben?“ Und tatsächlich. Dort hinter dem Wald war das Dorf, in dem ihre Großeltern gewohnt haben. Schnell guckten sie nach unten, ob der Bär noch immer wartete. Aber nein. Der Bär war weg. Sie kletterten so schnell wie möglich wieder hinunter und liefen los. Schon bald waren sie aus dem Wald raus und sahen das ersehnte Dorf. Das Dorf war sehr klein und friedlich. Es war ein sehr hübsches Dorf. Der große Marktplatz hatte sich nicht verändert und auch die alten bunten Häuser standen in den schmalen Gassen. Die drei gingen durch das Dorf und sahen endlich das helle verwinkelte Haus ihrer Großeltern. Die Tür stand offen, was die Kinder sehr verwunderte. Sie gingen in das Haus und erschreckten sich, denn sie hörten eine Stimme. Die Stimme rief „Essen, kommt Essen“!

Elli schlich mit ihren Geschwistern langsam ins Esszimmer und sah den gedeckten Tisch, um den herum Mutter, Vater und zwei Kinder saßen. Elli räkelte sich in ihrem Bett. Sie wachte auf, denn ihre Mutter rief „Kommt essen, die Schule fängt an“. Schnell stand sie auf und zog sich an. Dann setzte sie sich an den Frühstückstisch. Luca und Maria saßen schon da. Sie dachte über ihren letzten Traum nach. Sie war sehr froh bei ihren Eltern zu sein. In ihrem Heimatdorf. Sie drückte ihre Eltern sehr fest und aß Frühstück.

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