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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783865992345
Sprache: Deutsch
Umfang: 273 S.
Auflage: 1. Auflage 2029
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Ein wichtiger Akteur in der osteuropäischen Kulturgeschichte im nachrevolutionären Jahrzehnt war der Dichter und Psychotechniker Aleksej Gastev, der mit Hilfe Lenins in Moskau ein Institut für Arbeitsforschung gründete. Aus diesem Institut heraus wurden die Lehre der Biomechanik und das System des Taylorismus in Fabriken, Theatern und im Sport eingeführt. Dabei verkörperte Gastev selbst in sich eine Doppelung: einerseits schrieb er als Dichter mit am futuristisch‑visionären Entwurf des neuen Menschen, andererseits - und wohl bedeutsamer - war er Agent des harten, subrepräsentativen ergometrischen Diskurses. Gastev ist also Autor sowohl eines grauen Textes aus dem >Archiv der Durchformungenneue Mensch< von vornherein ganz falsch im Zeitdiskurs verortet ist, wenn man ihn als >Ideal< versteht; er ist offensichtlich nur ein phantasmatisches Gegenstück des Kranken, des Defekten. Mit neuen biopsychologischen Techniken, durch genau kontrollierte Bewegungen und Effekte, sollte die Effizienz der Bewegungen und der Emotionen um das Vielfache gesteigert werden. Ein Schlüsselbegriff Gastevs ist in diesem Zusammenhang die >EinstellungEinstellung< und >Verfahren< eine zentrale Bedeutung zukam. Der Band versammelt und kommentiert Gastevs eingereichte Patente sowie seine poetische und wissenschaftliche Texte. Zusatztext

Autorenportrait

Hans-Christian von Herrmann lehrt als Professor im Fachgebiet Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft an der TU Berlin.