Öffentliche Lesung und Preisverleihung: OTTOS MOPS schreibt 2020

Auch in diesem Jahr schreibt Ottos Mops wieder! Diesmal zum Thema "Wunder"

Nach dem 10 jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr mit über 40 Einsendungen freuen wir uns auch in diesem Jahr auf wundervolle, wunderreiche und natürlich wunderbare Texte der jungen Autorinnen und Autoren.

Alles fing mit Emma an. Sie schenkte meiner Tochter zum 6. Geburtstag etwas ganz Besonderes: eine Geschichte. Eine Geschichte, die sie selbst geschrieben, gestaltet, illustriert und zu einem Buch gebunden hatte. Emma erzählt von einer Katze, der ihr liebstes Spielzeug geklaut wird. Ihre Freundin hilft ihr, den Dieb zu stellen. Die Erzählung schließt mit einer Frage der Autorin an ihre Leser: „War das eine schöne Geschichte?“ und das Buch endet mit einer direkten Ansprache an meine Tochter: „Ich finde dich nett. Ich hoffe, dass du das weißt“.

Die Ansprache zeigte Wirkung: die beiden Mädchen wurden enge Freundinnen. Damit hatte die Geschichte ihre Funktion erfüllt. Emmas Frage nach der Qualität der Geschichte, also ihrer Ästhetik, beschäftigte mich. Die Geschichte ist sehr kurz und einfach gebaut. Sie hat einen Anfang: Es war einmal eine kleine Katze; eine Mitte mit einem Wendepunkt: Zum Glück hatte die Maus eine kleine Freundin;und sie hat ein glückliches Ende: Die Maus nahm die Wolle.

Es tritt ein geheimnisvoller, in der Nacht agierender Antagonist auf - der Dieb - und es wird von einer ungewöhnlichen Freundschaft erzählt - der Freundschaft zwischen Katze und Maus, die eine Probe besteht. Emmas Geschichte hat alles, was eine gute Geschichte braucht. Sie ist perfekt!

Nach Emmas Erfolg interessierten sich auch die anderen Freundinnen meiner Tochter für das Geschichtenschreiben und zeigten mir stolz ihre Ergebnisse oder baten mich um Rat, wenn sie einmal nicht weiter wussten. Gerade hatte ein Freund den Geschichtenladen auf der  Kollwitzstraße eröffnet. Hier trafen wir uns dann regelmäßig zum Schreiben. Immer mehr Geschichten entstanden. Also gab ich - mit Unterstützung des Kulturamtes Pankow und der Künstler Atak und Nadia Budde - das Buch „Reisen Räuber Roboter“ mit zehn Geschichten und einem Gedicht von Kindern aus meinen Kursen heraus. Es wurde in der JVA Tegel gedruckt, handgebunden und gestanzt und ist bis heute das Buch, was ich von allen meinen Büchern am meisten mag, obwohl ich darin nur eine Seite geschrieben habe.

Inzwischen betreue ich neben meinen Schreibwerkstätten in Schulen Museen und Bibliotheken, regelmäßig drei Gruppen: eine Gruppe Kinder, eine Gruppe Jugendlicher und eine Gruppe mit professionellen Autor*innen. Einmal im Jahr verleihe ich einen Preis für schreibende Kinder und Jugendliche, den ich vor zehn Jahren, gemeinsam mit dem Georg Büchner Buchladen am Kollwitzplatz, ins Leben gerufen habe.

In diesem Jahr wird die Verleihung am 1.Januar 2021 18 Uhr im MACHmit! Museum für Kinder sein, das Thema ist: Wunder.

Wir treffen uns auch in Zeiten von Corona regelmäßig, virtuell mit Zoom oder Skype. Trotzdem gab es in diesem Jahr viele Veränderungen. Die Kleinen sind groß geworden. Sie haben die Grundschule verlassen und die Jugendlichen sind auf dem Sprung in die Welt. Wir haben mehr als einmal Abschied gefeiert, unsbeschenkt und versprochen, in Verbindung zu bleiben. In den Jahren des gemeinsamen Schreibens ist zwischen uns etwas entstanden, was Geschichten können: Freundschaften - auch über Grenzen hinweg - zu stiften. Vielleicht hat Emma ihr Geschenk inzwischen vergessen. Ich dagegen erzähle immer noch und immer wieder davon... Das Buch mit den Geschichten kann man für eine Spende erwerben. Mit dem Geld unterstütze ich Kinder, deren Eltern sich den Kurs nicht leisten können.

 

Die Teilnahmebedingungen für den Schreibwettbewerb finden sich hier:

Maximal 3 A4-Seiten (Schriftart Times New Roman; Schriftgröße: 12)

Name, Alter und Adresse bitte auf ein Extrablatt.

Einsendungen: Per Post bitte in 4-facher Ausfertigung, UND zusätzlich als PDF per Email an:

Georg Büchner Buchladen GmbH, Wörther Straße 16, 10405 Berlin

kinderbuch@georgbuechnerbuchladen.berlin

Ansprechpartnerin: Jennifer Jannack - Eine Bestätigung über den Texteingang erfolgt innerhalb von drei Werktagen.

 

 

Claudia Kühn ist Autorin, Dramaturgin und Lektorin. Sie erhielt 2017, gemeinsam mit Andrea Badey,

mit ihrem Jugendbuch „Strom auf der Tapete“ den Peter Härtling Preis.

 

www.claudiakühn.de

 

 

 

17.01.2021 - 18:00
MACHmit! Museum, Senefelder Straße 5, 10437 Berlin