Bücher nach ihren Covern bewerten? Das kann man doch nicht machen!
So, oder so ähnlich, lautet das klischeehafte No-Go der Buchbranche. Dabei sind die aufwendig illustrierten und gestalteten Buchcover doch ein Blickfang für Buchhändler und Buchleser zugleich.
Doch was genau sagen diese Cover eigentlich über die Bücher aus? Genau das haben wir zusammen mit den Mitgliedern unseres Leseclubs hier im Georg-Büchner-Buchladen ergründet. Jedes Mitglied unseres Leseclubs hat sich ein Buch hier bei uns ausgesucht und, ohne den Klappentext zu lesen und überlegt, was die Themen und Geschichten sein könnten, die sich hinter den Covern verbergen.
Leseclubmitglied Kim hat sich zu dem Buch „Die Ahoi-Bande“ von Silke Lambeck aus dem Gerstenberg Verlag Gedanken gemacht. Anhand des Covers hat sie überlegt, dass es in dem Buch um eine Freundesgruppe geht, die gerne zum Strand geht und dort Abenteuer erlebt. Auch hat sie sich anhand des Covers Namen für die Protagonistinnen und Protagonisten ausgedacht, nämlich Emil, Paul, Elis und Amelie. Das Thema des Buches ist auf jeden Fall schnell klar geworden, vor allem die Freundschaft der Kinder wurde sofort erkannt, auch wenn die Namen der Kinder im Buch etwas anders lauten.
Ein anderes Mitglied des Leseclubs hat sich das Buch „Impossible Creatures“ von Katherine Rundell aus dem Fischer Sauerländer Verlag ausgesucht. Auch hier wurden sich wieder Namen ausgedacht! Die mutigen Verbündeten Maggie und Josh (die eigentlich Christopher und Mal heißen) begeben sich auf ein großes, fantastisches Abenteuer, um einen gefangenen Freund aus dem Kerker der bösen Königin zu befreien, wobei sich Feuerdrachen und andere Kreaturen ihnen in den Weg stellen. Auch hier wurde die Magie der Geschichte sofort erkannt, auch wenn einige Details etwas von der Vermutung abweichen.
Dem Buch „Ilvie und der weiße Wolf“ von Kristina Magdalena Henn aus dem Karibu Verlag hat sich Juna aus dem Leseclub gewidmet. Sie konnte anhand des Covers erkennen, dass es in diesem Buch um ein Mädchen geht, welches im Laufe der Geschichte eine nahezu magische Verbindung mit einem weißen Wolf eingeht. Juna hat vermutet, dass der Wolf von Menschen bedroht wird und nur durch die Freundschaft zwischen ihm und Ilvie wieder zurück in seinen natürlichen Lebensraum gelangen kann, aber die Freundschaft zwischen ihr und dem Wolf trotzdem weiter bestehen kann. Juna behält überwiegend Recht, da es tatsächlich um die magische Verbindung zwischen Ilvie und ihrem Wolf und dessen Unterstützung bei ihrem Erwachsenwerden geht.
Ein weiteres Mitglied des Leseclubs hat sich den modernen Klassiker „Sofies Welt“ von Jostein Gaarder aus dem dtv Verlag ausgesucht. Auch hier wurde sofort klar: Dieses doch eher unscheinbare Buchcover sagt einiges aus! Zu erkennen war, dass es in dem Buch um ein Mädchen namens Sofie geht, die eher in ihrer eigenen Gedankenwelt lebt als in unserer Realität und sich mit vielen philosophischen Fragen auseinandersetzt. Für die Leserinnen und Leser, die dieses Buch kennen, wird schnell klar: Das stimmt!
Zum Schluss hat sich Lotta aus unserem Leseclub das Buch „Mehr als wahrscheinlich“ von Sarah Watson aus dem Arctis Verlag ausgesucht. Sie hat vermutet, dass das Buch von vier Frauen mit unterschiedlichen Geschichten handelt, die sich für Feminismus einsetzen. Diese Vermutungen entsprechen auch der Wahrheit. Allerdings wurde das Spannendste, der Fakt, dass eine der vier Mädchen die Präsidentin der USA wird, nicht direkt am Cover erkannt. Auch wurde vermutet, dass die Frauen sich gar nicht oder höchstens am Ende der Geschichte kennenlernen. Dabei spielt die Freundschaft der Mädchen eine wichtige Rolle in dem Buch.
Es stellt sich heraus: Oft geben die Cover der Bücher einiges oder sogar fast alles über die Geschichte im Inneren preis. Vor allem Kinder- und Jugendbücher können oft allein mit den Covern von sich überzeugen! Das liegt hauptsächlich an den begabten Künstlerinnen und Künstlern in Zusammenarbeit mit den Verlagen, die sich den Büchern widmen und ihnen ein passendes Cover schenken. Bei solchen schönen und vielsagenden Covern ist KI generiertes Bildmaterial gar nicht notwendig!