Lavie Tidhar: Maror

Der Titel „Maror“ lässt bereits vermuten in welche Richtung Lavie Tidhar die LeserInnen mit seinem neuen Buch mitnimmt. „Maror“ sind bittere Kräuter, die zu Beginn des Pessach-Festes gegessen werden. Bitter ist auch die Geschichte, die er erzählt.

In mehreren Episoden, reportagenhaft erzählt, in etlichen Ländern und Kontinenten spielend, über fast 40 Jahre (1974-2008). Der bisher für Sience Fiction und Fantasy bekannte Autor schafft mit Cohen und Avi zwei Antihelden, denen man als LeserIn in das Buch, in die Geschichte, folgen will, egal wie düster und bitter es auch wird. Wir begleiten die beiden Polizisten zu unterschiedlichen Zeiten und lernen so eine sehr düstere Geschichte Israels kennen.
Cohen, der Bibelvers zitierende Patriot, versucht seinen Staat mit allen Mitteln zu schützen, egal wie brutal und bitter die Realität auch sein mag. Avi, korrupt und eigentlich immer unter Drogeneinfluss, ist dabei Cohens ausführende Hand. 
Der Autor schafft es in uns Lesenden eine Faszination für die dunkle Seite Israels zu wecken. 639 Seiten voller Korruption, Machtmissbrauch, Schmuggel, Mord, Drogen, Patriotismus und Grenzüberschreitungen. Absolut empfehlenswert!

 


Bibliographie
Kategorie