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Buchtipps - Romane

Said Al-Wahid ist Schriftsteller. Nach einer Podiumsdiskussion in Mainz fährt er nicht nach Berlin zurück, sondern fliegt direkt zu seiner sterbenden Mutter nach Bagdad - etliche Jahre, nachdem er aus dem Irak geflohen ist.

Der Göteborger Verleger Martin Berg steckt in einer Krise: Die Verlagsgeschäfte stocken, seine Frau Cecilia ist Jahre zuvor spurlos verschwunden, sein großes Romanprojekt liegt unvollendet in der Schublade und seine Freundschaft zu dem gefeierten Künstler Gustav Becker scheint endgültig erkaltet.

Die Familiengeschichte des Schauspielers, aus der Perspektive des dritten von vier Söhnen.

1979 – Der irakische Djamshid Khan wird aufgrund seiner politischen Neigung verhaftet und von der Baath-Partei gefoltert. Sie brechen ihn nicht, doch wird sein Körper immer dünner – irgendwann so dünn wie Papier. Der Wind erfasst ihn, er fliegt hoch in die Luft. Als er wieder auf der Erde aufschlägt, verliert er einen Großteil seines Gedächtnisses und beginnt ein neues Leben.

Schon die ersten Seiten lesen sich wie ein Paukenschlag. Wie ein langes Gedicht. Ostberlin 1986. Zur Musik des Brahms‘schen Requiem und desjenigen von Mozart lernen sich Katharina und Hans kennen. Sie ist 19, er Anfang 50, hat Familie und bereits ein Verhältnis. Er ist Schriftsteller, sie in der Setzer-Lehre. Hans und Katharinas Eltern bewegen sich im intellektuellen Milieu der DDR.

Die Überlebenden sind die drei Brüder Pierre, Benjamin und Nils, die die Asche ihrer Mutter nach deren Willen am See ihrer Kindheitsurlaube verstreuen sollen. Nach vielen Jahren begegnen sie sich erst in der damaligen Nähe wieder, die ihnen lange abhandenkommen war. Das Ferienhaus mussten sie bei ihrem letzten Besuch Hals über Kopf verlassen.

Der Ich-Erzähler beschließt sich auf das zu freuen, was ihm noch bleibt: den guten Tod. Auf dem Weg dahin gibt es noch ein paar Dinge zu erledigen: Rasen mähen zum Beispiel. So beschließt das Ich, noch genau ein Jahr zu leben. Allmählich wird dieses Jahr zu seinem intensivsten: so viel gibt es noch zu erleben, zu sehen und zu fühlen. In einer kunstvollen Variation der Ich-Perspektive (genialisch aus dem Norwegischen übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel), zieht der Autor in „Lieben“ die Bilanz eines wilden, poetischen Lebens.

Auf Facebook entdeckt die Ich-Erzählerin ihren Ex-Freund Björn aus Studentenzeiten wieder. Eine wilde Affäre beginnt, in deren Verlauf sie ihr gegenwärtiges Leben (Ärztin, zwei erwachsene Kinder, Langlauf-fanatischer Mann) mehr als einmal in Frage stellt. Alte und neue Gefühle tauchen auf. In der Struktur eines Arbeitstags erzählt die Ich-Erzählerin die ganze aufregende Geschichte in Rückblicken.   Aus dem Norwegischen übersetzt von Sylvia Kall und Ina Kronenberger

Melchor hat keine einfache Vergangenheit. Als Sohn einer Prostituierten hat er früh gelernt sich durchzuschlagen. Leider in jeglicher Hinsicht. Doch ein Aufenthalt im Gefängnis scheint ihn zu läutern: um den Mord an seiner Mutter aufzuklären, will er unbedingt Polizist werden und setzt alles daran, dieses Ziel zu erreichen. Nach einer wahrhaften Heldentat in Barcelona wird er zu seinem eigenen Schutz in die Provinz versetzt. Nach Terra Alta.

Lilach Schuster besitzt alles, was man haben kann: ein großes Haus mit Pool im Silicon Valley, eine gute Ehe mit einem erfolgreichen Mann, einen wohlgeratenen 16jährigen Sohn. Sie leistet ehrenamtliche Arbeit in einem Altenheim und bietet Filmnachmittage dort an. Lilach und Michael haben sich - zwar mit schlechtem Gewissen ihren Familien in Israel gegenüber - für das vermeintlich sichere Leben in den USA entschieden.