Abbas Khider: Der letzte Sommer der Tauben.

Der junge Noah beschreibt den Übergang des Bürgerkrieg-Irak zu dem der Mudschahedin anhand der Veränderungen in seiner Familie. 
Der Vater hatte mit der Tradition seiner Väter gebrochen und verkaufte statt Teppichen Damenmode. Ein echter Fehler, wie sich spätestens seit der Machtübernahme der Mudschahedin herausstellt. Er muss sein Sortiment ändern, auf den Werbebildern - und auf den Straßen! - dürfen nur noch die Augen der Frauen sichtbar sein.
Noah beobachtet Auspeitschungen und öffentliche Steinigungen. Nach und nach wird das Leben immer mehr eingeschränkt. Selbst die von Noah und seinem Onkel so geliebte Taubenzucht wird irgendwann verboten. Die Tauben dürfen nicht mehr in den Himmel aufsteigen, sondern müssen wie Hühner auf dem Boden gehalten werden. „Dieser Sommer hat den Himmel gestohlen. Es schmerzt, die Tauben in ihrem neuen Taubenschlag im Hof zu sehen. Ihr ganzes Leben ist jetzt auf Gitter und enge Kästen beschränkt“ (S.161). Auch seinem besten Freund scheint nicht mehr zu trauen zu sein, nachdem dieser in einem Sommerlager der Mudschahedin war.
Was macht die Revolution mit den Menschen? Ein eindringlicher Bericht aus der scheinbar naiven Sicht eines Heranwachsenden.

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