Andrea Petkovic: Zeit, sich aus dem Staub zu machen

Januar 2021, die Star-Tennisspielerin Andrea Petkovic reist zu den Australian Open, um sich zum letzten Mal in ihrer Profi-Karriere auf ein großes Turnier vorzubereiten. Die Quarantäne-Maßnahmen sind absurd, die ersten zwei Wochen müssen AP und ihr Freund Jesse in einem Zimmer ausharren. Die fünf Stunden Training täglich sind der einzige Hoffnungsschimmer.
März: in Kalifornien erwarten sie ein weiteres Turnier - und eine Zerrung. „An Tag drei meiner erzwungenen Ruhephase bin ich schlecht gelaunt. An Tag fünf bin ich deprimiert. An Tag sieben bin ich unerträglich. Sich auszuruhen ist zwar ein Kinderspiel, aber ich bin erwachsen. Erwachsene sind nicht in der Lage, Kinderspiele zu spielen. Uns fehlt es an Fantasie und Naivität. Wir sind Zyniker. Die Idee, in Palm Springs zu bleiben, um die medizinischen Einrichtungen eines voll ausgestatteten Tennisturniers zur schnelleren Heilung in Anspruch zu nehmen, stellt sich als Schnapsidee heraus. Mein Ego erträgt es nicht, meine Konkurrentinnen um mich herum zu sehen, voller Hoffnung im Gesicht, dass dieses Turnier ihr Turnier werden könnte. Es ist schon mal klar, wessen Turnier es nicht wird: meins. Mit Druckverband liege ich am Pool und schmolle.“ (S. 54)
In der Abfolge eines Jahres lässt der Tennis-Star uns teilhaben an Hoffnung und Zweifel, Erfolg und Kampf, Alltäglichem wie Außergewöhnlichem ihrer besonderen Welt, in der so vieles sich auf jede:n einzelne:n von uns übertragen lässt. Sie erzählt von der Bedeutung der Menstruation in ihrem Sport - und gleichzeitig im Leben einer jeden Frau.  Vom Verlangen nach Ruhe, nach Normalität, gleichzeitig der Sucht nach der täglichen Herausforderung, dem Kitzel des Risikos, vom Kampf mit dem Körper, mit der Trägheit. Lakonischer Ton, mit feinem Humor.

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