Herbert Clyde Lewis: Gentleman über Bord.

Der New Yorker Börsenmakler Henry Preston Standish fährt mit der „Arabella“ über den Pazifik, nachdem ihm der Hausarzt Überarbeitung bescheinigt und eine Auszeit bzw. Reise empfohlen hatte. Er will für drei-vier Monate wegbleiben, jedoch stürzt er am 13. Tag der Schiffsreise ins Meer. Nach und nach muss er sich seiner eleganten Kleidung entledigen und denkt über die Sinnhaftigkeit sämtlicher Mitgliedskarten und Ausweise nach. Standish gerät mehr und mehr außer Fassung und mit ihm seine Vorstellung eines geordneten Lebens - während er sich gleichzeitig ausmalt, was er nach seiner Rettung auf dem Schiff und dann in New York bei Kollegen und Familie distinguiertes über seine Erlebnisse im Ozean erzählen wird. Irgendwann jedoch wird ihm die Aussichtslosigkeit seiner Lage bewusst - während gleichzeitig die Besatzung und die wenigen Passagiere an Bord, als sie Standishs Verschwinden endlich bemerken, über ihn im Präteritum sprechen und über dessen Gründe für einen Selbstmord spekulieren - warum sonst sollte er verschwunden sein?

Ein kurzer Roman, und dennoch meisterhaft in seiner Präzision. Er beeindruckt in der Beschreibung der Stimmungsänderungen Standishs, die mit dem langsamen Erkennen seiner Lage einhergeht. Die Leserin/der Leser durchlebt sie gleichzeitig und genauso intensiv wie der Held und gibt die Hoffnung nicht auf, obwohl der Börsenmakler alles andere als sympathisch erscheint.


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