Rebecca F. Kuang: Yellowface

Folgende Situation: Ihre größte Konkurrenz verstirbt und Sie sehen die Möglichkeit, sich ihr Manuskript, welches riesiges Potential birgt, anzueignen. Höchstwahrscheinlich würde es nicht einmal jemand bemerken. Was würden Sie tun? Genau darum geht es in Rebecca F. Kuangs frisch von Jasmin Humburg ins Deutsche übersetzten Roman Yellowface.

Es geht um Moral und Wertevorstellungen hinsichtlich geistigen Diebstahls und Plagiaten. Es geht außerdem um Rassismus und kulturelle Aneignung - denn June Hayward ist eine Weiße. Die verstorbene Athena Liu hingegen besaß asiatische Wurzeln, ihr Werk spielt entsprechend auch im asiatischen Raum. Es geht um soziale Medien, um Shitstorms und deren Dynamiken. Außerdem gewährt der Roman Einblicke in die Welt der Buchbranche, wobei hauptsächlich das Verlagswesen im Vordergrund steht.

All das macht den Roman sowohl spannend als auch sehr interessant und sorgt dafür, dass sich die knapp 400 Seiten weglesen lassen wie nichts. Nach "Babel" wurde "Yellowface" mit großer Spannung erwartet, und seien Sie sicher: Sie werden hier nicht enttäuscht. Man merkt, dass auch hier sehr gut recherchiert wurde und dass Kuang bereits viel Erfahrung in der Welt der Büchermacherei sammeln konnte - ihr sei dabei gewünscht, dass ihr negative Situationen, wie June sie erleben musste, erspart blieben/bleiben.


Bibliographie
Kategorie