Sarah Kuttner: Mama & Sam

Die namenlose Protagonistin steht nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter vor einer Entscheidung: nimmt sie das Erbe an, oder nicht? Denn sie weiß, dass ihre Mutter auf einen Love Scammer hereingefallen ist - oder hat sie sich auf ihn eingelassen? Denn, so sagte Kuttner kürzlich in einem Interview, Betrogene seien zumeist nicht dumm. Sie seien sich des Betrugs insgeheim vielleicht bewusst, doch mangele es ihnen so sehr an echter Liebe, dass sie die falsche nicht aufgeben wollen - um welchen Preis auch immer. Wie hoch die Schulden sind, ist zunächst nicht absehbar.

Über viele Monate hinweg schrieb die Mutter mit dem angeblichen Schauspieler, bis sie es irgendwann nicht mehr tat. Auch bei ihrer Schwester und Tochter meldete sich sich wochenlang nicht. Was geschah vor ihrem Tod? Chats und Dokumente sezierend, versucht die Protagonistin, zu rekonstuieren, was passiert ist. Kuttner wechselt dabei von Fließtext zu Chatverläufen, schwankt zwischen dem Jetzt und dem Davor, lässt die Figuren reflektieren, was war und was hätte sein können.

Kuttner musste selbst erleben, was ihre Hauptfigur nun durchmachen muss. Das gibt dem Roman eine ganz besondere Färbung und zeigt, wie schnell das Leben fehlgeleitet werden kann. 


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