Bettina Flitner: Meine Mutter.
„‚Sie hat nie etwas getaugt’, sagte Api, der Vater meiner Mutter, zu Elisabeth, der Mutter meines Va-ters, als wir hinter dem Sarg Richtung Familiengrab gingen. Das sagte er wirklich, in diesem Moment.“, so heißt es auf Seite 23.
Die Mutter der Erzählerin hat sich das Leben genommen, mit 47 Jahren. Fast auf den Tag genau 33 Jahre später tötete sich auch die Schwester der Erzählerin selbst. Über diese hat Bettina Flitner bereits ein Buch geschrieben, mit dem sie zu einer Lesung u.a. in ihrer Heimatstadt Celle auftritt. In Celle schwappen alle Erinnerungen über ihr zusammen. Die Autorin schreibt die Familiengeschichte auf. Im schlesischen Wölfelsgrund betrieben die Urgroßeltern und nach ihnen die Großeltern ein Sanatorium, in dessen Umfeld auch die Mutter aufwuchs. Dann kamen der Krieg und die Vertreibung.
In schönem, teils gewitztem Ton erzählt Bettina Flitner die Geschichte einer deutschen Familie atemberaubend nach. Gleichzeitig lesen wir auch von der durch die Verhältnisse des Vaters und durch die Depressionen der Mutter wegbrechende Familie, mit der sich Bettina und ihre Schwester auseinander setzen müssen.
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