Dror Mishani: Nicht.

Der Übersetzer von Kriminalromanen und Detektivgeschichten Eliyahu wird mit der Musikerin Lia verkuppelt - nachdem er nach vielen Jahren symbiotischer Ehe seine Frau Oschra begraben hat, die an einer schweren Krankheit gestorben ist. Lia hat einen Hund, über den man nicht bestimmen kann. 

Die Kombination aus dem schmerzlichen Verlust und dem für ihn befremdlichen Verhalten des Hundes macht es für Eli anfangs schwierig, sich auf Lia einzulassen. Als Lia auf Konzertreise (mit ihrem Exmann!) fährt, zieht Eli bei ihr ein um auf den Hund Felix aufzupassen. Im Park jedoch entläuft Felix ihm und eine unheimliche Spirale aus Lügen beginnt. 

Rasant und beängstigend, der Leser/die Leserin hofft, durch Zukneifen der Augen das immer weiter auf sie zurasende Schlimme nicht sehen zu müssen. Über Wahrhaftigkeit und Lüge. Genial, listig, hintersinnig. Überraschend.

Eine Unmittelbarkeit für die Lesenden wird durch die geniale Erzählperspektive hergestellt: Eli wird als DU angesprochen. KAPITEL 7 bspw. beginnt folgendermaßen: „Wir kommen mit der Geschichte nicht recht voran, weil es Dinge gibt, die du aus Angst nicht erzählen willst, aber komm, lass uns das nicht länger aufschieben, das macht keinen Sinn. Wir werden ohnehin dazu kommen, denn das ist ja der Grund, warum wir uns hingesetzt haben, um es aufzuschreiben. Wir wollten doch die Wahrheit erzählen, oder nicht? Also los, lass uns auf unserem Weg dorthin keine Zeit mehr verlieren.“

Subtil. Der Strudel, in den die/Lesende hereingezogen wird, ist immer stärker. Sehenden Auges geht es bis tief in den Abgrund.


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