Han Kang: Unmöglicher Abschied.

Inseon liegt nach einem Arbeitsunfall im Krankenhaus. Solange sie dort ist, soll ihre Freundin Gyeongha in ihrem Haus auf der Insel Jeju leben und sich dort um Inseons Vogel kümmern. Schon der Weg dorthin ist beschwerlich, denn Gyeongha gerät in einen Schneesturm. Wie durch ein weißes Rauschen gelangt sie völlig durchgefroren und wie in einem Fiebertraum zum Haus.

Bereits am nächsten Tag verschwimmen Realität und Traumwelt. Inseon ist wieder da - völlig unversehrt, obwohl sie doch verletzt in ihrem Krankenzimmer in Seoul sein sollte. Die beiden Frauen unterhalten sich und im Laufe des Tages und der darauffolgenden Nacht tauchen sie immer weiter in Inseons Familiengeschichte und, damit untrennbar verbunden, die Geschichte der Insel Jeju ein.Nach und nach entfaltet sich ein unfassbares Grauen, welches in den 1940er Jahren an den Inselbewohnern verübt wurde.

Wir lesen hier ein Stück südkoreanische Geschichte, eingesponnen in die jahrelange Freundschaft der Frauen und gelegt in die Landschaft eines nachlassenden Wintersturms auf dieser sehr besonderen Insel.Schmerzlich und doch beeindruckend ist dieser Text nicht nur Roman, sondern gleichzeitig eine Dokumentation. Eine Art Geschichtsbuch und somit sehr besonders in seiner Form. Ein Meisterwerk an Recherche, geschrieben von Nobelpreisträgerin Han Kang, und übersetzt von Ki-Hyang Lee, selbst ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für die beste Übersetzung.


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