Hannah Häffner: Die Riesinnen

Wir befinden uns in einem kleinen Dorf im Schwarzwald der 60er Jahre. Eine junge Frau läuft die Straße lang, ihre Hand in der Jackentasche, darin das Rückgeld vom Einkauf. Zuhause wird sie es in ein Tuch eingewickelt mit ihren anderen Ersparnissen verstecken. Einen Job hat sie nicht. 
Als ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben kommt, steht Liese plötzlich mit ihrer dreijährigen Tochter Cora allein da. In einem Anflug von einer Mischung aus Mut und Trotz übernimmt sie die Metzgerei ihres Mannes und muss sich fortan nicht nur gegen ihre Schwiegereltern und die neugierigen Augen des Dorfes verteidigen, sondern auch noch die Mitarbeiter von sich überzeugen. 
Jahre später wird ihre Tochter Cora mit dem Abschluss des Abiturs fluchtartig das Dorf verlassen, auf der Suche nach einer besseren Welt und schließlich zwei Jahre später, schwanger, zurückkehren.

Eindrucksvoll beschreibt Hannah Häffner das Leben von Liese, ihrer Tochter Cora und wiederum deren Tochter Eva. Alle drei Frauen sind dürr, groß und rot gelockt und passen so gar nicht in das Dorf, in dem sie aufgewachsen sind. Wohin sie allerdings passen, ist in den Schwarzwald mit seinem moosig-nassem Boden und dunklen Stämmen, die genauso in die Höhe ragen wie sie selbst.

Ein großartiges Debüt und absolute Leseempfehlung!


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