Julia Linhof: Krummes Holz
Ein Text, schwer und sperrig wie die träge Hitze des Sommers, den er beschreibt. Jirka kommt nach seinem Einberufungsbefehl zurück auf den Hof seiner Kindheit, den er nur wenige Jahre zuvor verlassen hat. Bereits einige Monate zuvor hatte ihn seine Schwester gebeten, ihr zu Hilfe zu kommen - was ihm nicht möglich erschien. Nun kommt er ungelegen, der Vater ist überhaupt nicht zu sehen. Einiges hat sich verändert, vieles ist gleich: fehlende Liebe und Verständnis füreinander, fehlende Zusammengehörigkeit sind die offensichtlichsten. Haus und Grundstück sind nahezu verwahrlost, das dreckige Geschirr stapelt sich in der Küche, obwohl die Tante, der Vater und Jirkas Schwester Malene weiterhin dort wohnen. Einiges an Erinnerungen taucht wieder auf - gleichzeitig ausreichend Gründe, den Hof verlassen zu haben und nie wieder zu kommen.