Serhij Zhadan: Keiner wird um etwas bitten.

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen Krieg gegen die Urkaine. Im gleichen Jahr erhielt Serhij Zhadan, vielleicht gerade um Solidarität zu bekundschaften, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seit 2024 ist er selbst Soldat und hat nun einen Kurgeschichtenband verfasst mit Stories aus Charkiw. Stories, von denen man wünschte, es wären nur ebensolche: Stories. Fiktiv, erdacht, nicht der Realität entsprechend. Doch dem ist nicht so.

In diesen zwölf Geschichten erzählt Zhadan von Soldat*innen, die auf ein paar Tage nach Hause kommen, von einer Hochzeit inmitten des Krieges, von einer Schule, die nach einem Einschlag nicht repariert wird - es lohnt nicht, von Kinden, die nicht um Hilfsgüter betteln, weil sie ihre Würde bewahren müssen. Er erzählt von Menschen, die den Alltag suchen in einer Welt, in der es das einfache Leben nicht mehr gibt. Dabei sind die Geschichten leicht zu lesen, fast zu leicht, doch begreift man dabei umso mehr das Bedürfnis der Ukrainer*innen, wieder ein normales Leben haben zu wollen, ein Leben ohne Angst, ohne Bedrückung.

Bestückt sind die Stories mit kleinen Illustrationen des Autors selbst, Impressionen aus der Stadt, die auf den ersten Blick sogar das alltägliche Leben zeigen, doch offenbaren sie auch die Zerstörung und unterstützen so das, was die Geschichten zu vermitteln suchen.


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