Jana Glaese: Mit Rechten leben.
Im Westen erlebt die AfD prozentual einen deutlich stärkeren Zuwachs als im Osten,
in absoluten Zahlen verdankt die AfD ihren Erfolg sogar den Wählern im Westen, schreibt die Soziologin und Journalistin Jana Glaese in ihrem Buch „Mit Rechten leben“ am Anfang von Kapitel 5. In den alten Bundesländern lebten mehr als doppelt so viele Unterstützer wie in den neuen. Im Osten scheinen die Berührungsängste mit der AfD allerdings geringer ausgeprägt zu sein als im Westen, daher bekennt man sich hier auch offener dazu, die Partei gewählt zu haben, während im Westen fast keiner offen darüber spricht. Anhand einzelner Beispiele – aus o.g. Gründen deutlich häufiger aus dem Osten als aus dem Westen des Landes – führt Glaese unterschiedliche Strategien auf, wie wir Rechten bzw. Menschen mit anderer politischer Haltung begegnen können und ordnet dies auch philosophisch/soziologisch ein, indem sie Habermas, Arendt und andere zitiert. Das Gemeinschaftsgefühl einer robusten Zivilgesellschaft stellt sie mit dem französischen Politiker und Historiker Alexis de Tocqueville als lebenswichtiges Element für die Demokratie hin und erörtert die Frage, inwieweit ich mich selbst verleugne, wenn ich meine politische Haltung nicht permanent äußere, sondern sie im Sinne der Gemeinschaft (manchmal) ausklammere und schweige.
Hochinteressant und aktuell!