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23.05.2024
Deutsch
245 S.
2.4 x 21 x 13.3 cm
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
info@schoeffling.de
Kaiserstraße 79
DE 60329 Frankfurt am Mai
Ich weiß, wovon ich spreche
Ein Leben in Gesprachen, Kampa Salon, Gespräche
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Unser Tipp für Sie
Gesammelte Gespräche und Momentaufnahmen mit dem 1987 verstorbenen Schriftsteller James Baldwin.
Baldwin spricht mit uns über das Thema Scham, Zuschreibungen von außen, Buchtitelfindungen, sein Idol Bessie Smith und den Kolonialismus. Dabei berührt er Themen, die uns alle angehen, und die heute vielleicht wieder aktueller denn je sind.
Baldwin selbst ist 1924 als erstes Kind einer alleinerziehenden Mutter in New York geboren. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs mit acht Halbgeschwistern im Stadtteil Harlem auf. Seinen leiblichen Vater hat er nie kennengelernt, zu seinem Stiefvater pflegte er ein Leben lang eine ambivalente, schwierige Beziehung. Dessen Ablehnung ihm gegenüber, gepaart mit religiösem Fanatismus, ist ein immer wiederkehrendes Thema in seinen zahlreichen Büchern. James Baldwin, der permanent auf der Suche nach einem Platz in der Welt war, ging schließlich als junger Mann ins französische Exil und hat von dort nie aufgehört, die Geschehnisse seines Herkunftslandes mitzuverfolgen und sich für die Rechte von Schwarzen und Homosexuellen einzusetzen. Mit seinem zweiten Roman Giovannis Room, in dem Baldwin über eine Liebe zwischen einem verklemmten weißen Mittelschichts-Amerikaner und einem italienischen Migranten schreibt, sprengte Baldwin vor gar nicht allzu langer Zeit den Rahmen und brach mit allen Tabus seiner Zeit.
Natürlich spricht Baldwin am Ende auch über Giovannis Room und darüber, welche Rolle Sexualität in seinem Leben spielt. In Giovannis Room gehe es für ihn persönlich nicht unbedingt vordergründig um das Thema Homosexualität, sondern vielmehr darum, was mit dir passiert, wenn du Angst hast, jemanden zu lieben.
Unmittelbar mit den Themen der Interviews verwoben ist die Bedeutung des Schreibens für den Schriftsteller. Wir lernen sein inneres Ventil gleichermaßen wie seine persönlichen Ängste, aber auch Hoffnungen kennen und begegnen Baldwin in diesen Gesprächsfragmenten somit auf eine persönlich geartete Weise.
Auffällig ist, dass Baldwin immer für den Diskurs plädiert, dafür, miteinander zu sprechen Es hat mit uns zu tun und damit, wer wir sind. Es geht jetzt um den Versuch, etwas freizulegen, das verschüttet ist, ohne den keine Bewegung und somit Veränderung mehr möglich wäre (S. 129). Er bringt auch die unabänderliche Stellung von Macht als Antrieb der Menschen in den Vordergrund der Interviews, wobei Baldwin schließt, dass Macht ohne Moral in die Irre führe (S. 133) .