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ISBN/EAN: 978-3-311-14030-6
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
245 S.
Format (T/L/B):
2.4 x 21 x 13.3 cm

Hersteller:
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
info@schoeffling.de
Kaiserstraße 79
DE 60329 Frankfurt am Mai


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Ich weiß, wovon ich spreche

Ein Leben in Gesprachen, Kampa Salon, Gespräche

26,00 €

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Unser Tipp für Sie

Gesammelte Gespräche und Momentaufnahmen mit dem 1987 verstorbenen Schriftsteller James Baldwin.

Baldwin spricht mit uns über das Thema Scham, Zuschreibungen von außen, Buchtitelfindungen, sein Idol Bessie Smith und den Kolonialismus. Dabei berührt er Themen, die uns alle angehen, und die heute vielleicht wieder aktueller denn je sind.

Baldwin selbst ist 1924 als erstes Kind einer alleinerziehenden Mutter in New York geboren. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs mit acht Halbgeschwistern im Stadtteil Harlem auf. Seinen leiblichen Vater hat er nie kennengelernt, zu seinem Stiefvater pflegte er ein Leben lang eine ambivalente, schwierige Beziehung. Dessen Ablehnung ihm gegenüber, gepaart mit religiösem Fanatismus, ist ein immer wiederkehrendes Thema in seinen zahlreichen Büchern. James Baldwin, der permanent auf der Suche nach einem Platz in der Welt war, ging schließlich als junger Mann ins französische Exil und hat von dort nie aufgehört, die Geschehnisse seines Herkunftslandes mitzuverfolgen und sich für die Rechte von Schwarzen und Homosexuellen einzusetzen. Mit seinem zweiten Roman Giovannis Room, in dem Baldwin über eine Liebe zwischen einem verklemmten weißen Mittelschichts-Amerikaner und einem italienischen Migranten schreibt, sprengte Baldwin vor gar nicht allzu langer Zeit den Rahmen und brach mit allen Tabus seiner Zeit.

Natürlich spricht Baldwin am Ende auch über Giovannis Room und darüber, welche Rolle Sexualität in seinem Leben spielt. In Giovannis Room gehe es für ihn persönlich nicht unbedingt vordergründig um das Thema Homosexualität, sondern vielmehr darum, was mit dir passiert, wenn du Angst hast, jemanden zu lieben.

Unmittelbar mit den Themen der Interviews verwoben ist die Bedeutung des Schreibens für den Schriftsteller. Wir lernen sein inneres Ventil gleichermaßen wie seine persönlichen Ängste, aber auch Hoffnungen kennen und begegnen Baldwin in diesen Gesprächsfragmenten somit auf eine persönlich geartete Weise.

Auffällig ist, dass Baldwin immer für den Diskurs plädiert, dafür, miteinander zu sprechen Es hat mit uns zu tun und damit, wer wir sind. Es geht jetzt um den Versuch, etwas freizulegen, das verschüttet ist, ohne den keine Bewegung und somit Veränderung mehr möglich wäre (S. 129). Er bringt auch die unabänderliche Stellung von Macht als Antrieb der Menschen in den Vordergrund der Interviews, wobei Baldwin schließt, dass Macht ohne Moral in die Irre führe (S. 133) .

 

Beschreibung

Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat in den letzten Jahren eine ähnliche Renaissance erfahren wie James Baldwin. Was zum einen mit der einzigartigen Schönheit seiner Prosa zu tun hat - aber auch damit, dass die Themen, die ihn bereits vor sechzig Jahren umtrieben, noch heute drängend sind. 1924 in ärmlichen Verhältnissen in New York geboren, bekam Baldwin früh zu spüren, dass nicht alle Menschen gleich sind. Auch aus Hass gegen die weißen Unterdrücker wandte er sich dem Glauben zu. Bald jedoch ging ihm auf, dass er einen Irrweg eingeschlagen hatte - auch durch seine Lektüren. Baldwin wollte Schriftsteller werden, doch im rassistischen New York der vierziger Jahre, würde er nicht reüssieren. Er zog nach Frankreich, ließ sein Geburtsland jedoch nie aus dem Blick:In den sechziger Jahren engagierte er sich in der Bürgerrechtsbewegung, zeit seines Lebens setzte er sich für die Rechte von Schwarzen, von Homosexuellen ein - und schrieb flammende, hellsichtige Essays und einige der schönsten Romane des 20. Jahrhunderts.Die in diesem Band versammelten Gespräche machen auf schmerzliche Weise deutlich, wie wichtig Baldwins Stimme noch heute im politischen Diskurs ist, aber es geht auch um seine Kindheit, seine 'Selbstexilierung', um Sexualität und Literatur, um seinen nie nachlassenden Optimismus, trotz allem - und um eine Episode im Schweizer Wallis.

Über James Baldwin

JAMES BALDWIN wurde 1924 in ärmlichen Verhältnissen im New Yorker Stadtteil Harlem geboren. Früh erwachte in dem hochbegabten Jungen der Wunsch, Schriftsteller zu werden. Dass er als schwarzer Autor in einer rassistisch geprägten Gesellschaft reüssieren würde, schien jedoch unvorstellbar. Baldwin kehrte seinem Geburtsland den Rücken und zog 1948 nach Frankreich, wo er die kommenden vierzig Jahre überwiegend leben sollte. Aber die gesellschaftlichen Missstände in den USA ließen ihn nicht los: Er engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung, prangerte in hellsichtigen Essays die Doppelmoral der amerikanischen Gesellschaft an, setzte sich für die Rechte von Homosexuellen ein, immer in dem Glauben an eine bessere Zukunft. Und auch in seinen sprachmächtigen Romanen wie »Von dieser Welt« oder »Giovannis Zimmer« widmete er sich dringlichen sozialen, politischen Fragen, seinen Lebensthemen. James Baldwin starb 1987 in einem Städtchen an der Côte d'Azur. Begraben wurde er in Hartsdale, New York.