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ISBN/EAN: 978-3-446-28222-3
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
27.01.2026
27.01.2026
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
224 S.
224 S.
Format (T/L/B):
1.8 x 20.9 x 13.2 cm
1.8 x 20.9 x 13.2 cm
Hersteller:
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
info@hanser.de
Vilshofener Straße 10
DE 81679 München
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Unser Tipp für Sie
Der junge Noah beschreibt den Übergang des Bürgerkrieg-Irak zu dem der Mudschahedin anhand der Veränderungen in seiner Familie.
Der Vater hatte mit der Tradition seiner Väter gebrochen und verkaufte statt Teppichen Damenmode. Ein echter Fehler, wie sich spätestens seit der Machtübernahme der Mudschahedin herausstellt. Er muss sein Sortiment ändern, auf den Werbebildern - und auf den Straßen! - dürfen nur noch die Augen der Frauen sichtbar sein.
Noah beobachtet Auspeitschungen und öffentliche Steinigungen. Nach und nach wird das Leben immer mehr eingeschränkt. Selbst die von Noah und seinem Onkel so geliebte Taubenzucht wird irgendwann verboten. Die Tauben dürfen nicht mehr in den Himmel aufsteigen, sondern müssen wie Hühner auf dem Boden gehalten werden. „Dieser Sommer hat den Himmel gestohlen. Es schmerzt, die Tauben in ihrem neuen Taubenschlag im Hof zu sehen. Ihr ganzes Leben ist jetzt auf Gitter und enge Kästen beschränkt“ (S.161). Auch seinem besten Freund scheint nicht mehr zu trauen zu sein, nachdem dieser in einem Sommerlager der Mudschahedin war.
Was macht die Revolution mit den Menschen? Ein eindringlicher Bericht aus der scheinbar naiven Sicht eines Heranwachsenden.
Beschreibung
Eine mitreißende Parabel: Der große neue Roman von Abbas Khider - wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt. Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus - und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt 'Der letzte Sommer der Tauben' vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft. Eine mitreißende Geschichte voller eindringlicher Bilder - ein großer neuer Roman von Abbas Khider, der als Junge selbst Taubenzüchter war.
Über Abbas Khider
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman »Der falsche Inder«, es folgten die Romane »Die Orangen des Präsidenten« (2011) und »Brief in die Auberginenrepublik« (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis, dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Berliner Literaturpreis geehrt. Außerdem war er im Jahre 2017 Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin. Bei Hanser erschienen von ihm »Ohrfeige« (Roman, 2016), »Deutsch für alle« (Das endgültige Lehrbuch, 2019), »Palast der Miserablen« (Roman, 2020) und »Der Erinnerungsfälscher« (Roman, 2022).