Unser Tipp für Sie
Kato und Lev kennen sich seit Kindertagen. Mittlerweile ist sie Malerin und reist mit ihrem Partner durch die Welt, wo es ihr gefällt, bleiben sie und sie verdient Geld durch geniale Street-Art und Auftragswerke. In Zürich trifft sie Lev wieder und die beiden machen sich auf die Reise: sechs Wochen über Paris, Nantes in den Osten die Küste entlang. Jetzt muss Lev zurück in seinen Alltag. Der besteht aus Sägewerk und vielen Geschichten und Erinnerungen, die sich in seiner Heimat in Siebenbürgen abspielen. Die Geschichte von Kato und Lev wird rückwärts erzählt. Und so lernt man Lev, seine Familie und seine Welt immer näher kennen. Versteht, wie er zu dem wurde der er ist. Erfährt auch einiges über das Ceausescu-Rumänien, in dem er Wehrdienst leisten muss. „Gut war man geworden. Im Wegsehen, Weghören. Auch: Wegdenken. Es zeichnete einen geradezu aus, dass man nichts weiter dachte, nichts hörte, nichts sah. Denn es gab welche, die sehr gut im Sehen und Hören waren, denen nichts entging. Man bemerkte kaum, wie alles teurer, knapper wurde. Geschahen die Dinge langsam, hatte man Zeit, sich an alles zu gewöhnen“, heißt es auf Seite 137. Außerdem lernt man einiges über die bewegte Geschichte der Menschen in Siebenbürgen.
Die besondere Freundschaft zwischen Lev und Kato wird ganz zaghaft und sanft erzählt. Ein zauberhaftes Buch.
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Beschreibung
Über vier Generationen des 20. Jahrhunderts und vier Ländergrenzen hinweg erzählt Iris Wolff beglückend poetisch von Jacob, Henriette, Vicco und Hedda. Sie alle erfahren, wie fragil ihre Lebensentwürfe vor dem Hintergrund der Geschichte sind und dass das Zusammenspiel aus Freiheit und Anpassung, Zufall und freiem Willen stets in Bewegung ist. Der Erste Weltkrieg bringt einen österreichischen Soldaten in ein Karpatendorf. Eine junge Frau besucht nachts die Geheime Gesellschaft der Schlaflosen. Ein Motorradfahrer ist überzeugt, dass er sterben und die Mondlandung der Amerikaner versäumen wird. Eine Frau beobachtet die Ausfahrt eines Fischerbootes, das nie mehr zurückkehren wird. Iris Wolff bindet in So tun, als ob es regnet vier ganz unterschiedliche Protagonisten zusammen und schafft durch die subtilen Querverbindungen ein einzigartiges Geflecht aus Perspektiven auf den je Anderen. Dies erlaubt den Figuren den Blick zurück, auf getroffene Entscheidungen, sowie nach vorne, auf das, was von einem Leben bleibt. Atmosphärisch, bildstark und zart verflicht die vielfach ausgezeichnete Autorin Iris Wolff ihre Romangeschichten zu einem Prosakunstwerk mit einem beeindruckenden Hallraum.
Über Iris Wolff
Iris Wolff, geboren in Hermannstadt, Siebenbürgen. Die Autorin wurde für ihr literarisches Schaffen mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Eichendorff-Literaturpreis, dem Marieluise-Fleißer-Preis sowie dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis und dem Solothurner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk. Zuletzt erschien 2024 der Roman 'Lichtungen', der mit dem Uwe-Johnson-Preis und dem Spycher: Literaturpreis Leuk ausgezeichnet sowie für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Die Autorin lebt in Freiburg im Breisgau.
Schlagzeile
'Iris Wolff findet starke Bilder für ihren, die historische Erfahrung eines ganzen Jahrhunderts umspannenden Roman.' Denis Scheck