BUCHPREMIERE Willi Winkler: Kissinger & Unseld. Die Freundschaft zweier Überlebender - ein Doppelporträt. Moderation: Andreas Platthaus.
Im Sommer 1955 treffen auf dem Campus der Harvard University zwei Überlebende aufeinander: Henry Kissinger, der 1938 vor der Judenverfolgung noch rechtzeitig nach Amerika entkam, und Siegfried Unseld, der als Soldat Adolf Hitlers in den Krieg gegen die Sowjetunion gezogen war und sich in Sewastopol nur retten konnte, indem er aufs offene Meer hinausschwamm. Im International Seminar in Harvard, das der aufstrebende Professor Kissinger für kommende Größen aus aller Welt veranstaltet, beginnen beide, ihre Netzwerke zu knüpfen, die ihnen den weiteren Aufstieg ermöglichen werden – Kissinger zum Berater Nixons und zu einem Weltpolitiker, Unseld zu einem der bedeutendsten Verleger der Bundesrepublik. Durch ihre Herkunft hätten sich beide nicht ferner sein können – doch bleiben sie über die Literatur miteinander verbunden.
In seinem packenden Doppelporträt erzählt Willi Winkler die ebenso unbekannte wie faszinierende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft – und führt zugleich vor Augen, wie sich Geist und Macht, Literatur und Politik, Deutschland und Amerika im 20. Jahrhundert verbinden. Ein aufregender Gang durch einen schillernden Kosmos der Nachkriegszeit.
Willi Winkler, geboren 1957, war Redakteur der ZEIT, Kulturchef beim SPIEGEL und schreibt seit vielen Jahren für die Süddeutsche Zeitung. Er ist Autor zahlreicher Bücher, u.a. erschienen Karl Philipp Moritz (2006), Deutschland, eine Winterreise (2014) und Luther. Ein deutscher Rebell (2016). Willi Winkler, der auch als Übersetzer hervorgetreten ist und etwa John Updike, Saul Bellow oder Fran Lebowitz ins Deutsche übertrug, wurde mehrfach für sein Schreiben ausgezeichnet, u.a. mit dem Ben-Witter-Preis, dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus und dem Michael-Althen-Preis.
Andreas Platthaus, Jahrgang 1966, studierte Rhetorik, Philosophie und Geschichte. Er veröffentlichte Biografien über Alfred Herrhausen und Walt Disney. Intensiv hat er sich auch mit der Kunst der Comics befasst. Er arbeitet als Redakteur und seit Jahren als stellvertretender Feuilletonchef bei der FAZ. Seit Februar 2016 ist er Chef des Ressorts Literatur und literarisches Leben.
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