LESUNG und GESPRÄCH Tobias Haberl: Unter Heiden. Moderation: Patrik Schwarz (DIE ZEIT)
„Diesen Text traue ich mich nur zu schreiben, weil ihn sowieso niemand liest.“ Damit begann im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ ein Essay, der Kreise zog: mehr als 500 Zuschriften und eine Antwort des Chefredakteurs. Was war geschehen? Der Journalist Tobias Haberl hatte es gewagt, sich als gläubigen Katholiken und Kirchgänger zu outen. Allen Schlagzeilen und der vermeintlichen Ewiggestrigkeit der Kirche zum Trotz.
Was kann das 21. Jahrhundert eigentlich von gläubigen Menschen lernen? Von der Schönheit und vom Trost des Glaubens?
Tobias Haberl: „Ich glaube, dass der moderne Mensch darunter leidet, dass er seinen Glauben verloren hat, ohne dass er es merkt. Ich glaube, dass er sein Glück in falschen Dingen und an falschen Orten sucht. Ich glaube, dass er Sehnsucht nach etwas hat, dass er sich nicht erklären kann. Was das sein könnte, steht in diesem Buch.“
Tobias Haberl: studierte Latein, Germanistik und Anglistik. Nach dem Abschluß der Henri-Nannen-Schule in Hamburg wurde er 2005 Redakteur beim Süddeutsche Zeitung Magazin. Neben seinen journalistischen Arbeiten, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, hat er eine Reihe von Buchveröffentlichungen vorgelegt. Mit seinem 2024 veröffentlichten Buch Unter Heiden setzt sich Haberl offensiv mit seinem Glauben als katholischer Christ und der Situation des Glaubens in einer postchristlichen Gesellschaft auseinander.
Patrik Schwarz: ist stellvertretender Ressortleiter Politik der ZEIT in Hamburg. Von 1997 bis 2005 arbeitete er bei der taz in Berlin, zuletzt als Ressortleiter Inland.
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