Details
ISBN/EAN: 978-3-8270-1191-6
Einband: gebundenes Buch
Weitere Details
Originaltitel:
Stone Arabia
Stone Arabia
Erschienen am:
11.08.2014
11.08.2014
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
251 S.
251 S.
Format (T/L/B):
2.5 x 21 x 13.3 cm
2.5 x 21 x 13.3 cm
Hersteller:
Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH
Mark Oliver Stehr
info@piper.de
Georgenstraße 4
DE 80799 München
www.piper.de
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Leseprobe
Dana Spiotta Glorreiche Tage Aus dem amerikanischen Englisch von Clara Drechsler und Harald Hellmann Anmerkung der Autorin Dieser Roman ist zwar eine Fiktion und Nik Worth ein von mir erfundener Charakter, aber er hat dennoch ein Vorbild im wirklichen Leben: meinen Stiefvater Richard Frasca alias Jon Denmar. Richard Frasca ist nicht Nik Worth, aber Richards Treue zu sich und seiner Musik und die selbst angelegte Chronik, in der er sein heimliches Rock-Star-Leben dokumentierte, brachten mich auf die Idee für Nik. Richard, danke für deine großzügige Haltung. Du bist ein wahrer Künstler. Viva Village. Für Clem Coleman Die Schönheit, auf die ich hinaus will, braucht wenig, um hervorzutreten - unglaublich wenig. Jeder Ort - sogar der ärmlichste - genügt ihr. Jean Dubuffet - Tischlandschaften, Gedankenlandschaften, Steine der Philosophie I just wanna stay in the garage all night. "Garageland", The Clash geschrieben von Mick Jones und Joe Strummer Sie sagte immer, es hätte hätte angefangen, - oder wäre beziehungsweise sei ihr zum ersten Mal aufgefallen -, als ihr Vater ihm zum zehnten Geburtstag eine Gitarre schenkte.So ist es zumindest in der Familie überliefert, immer wieder erzählt und zur gemeinsamen Übererinnerung Über-Erinnerung veredelt worden. Nichtsdestoweniger Und trotzdem hielt sie sie für zutreffend: Er veränderte sich in einem einzigen, genau festzumachenden Moment. Bis dahin waren NicksNiks Hauptbeschäftigungen Mad-Hefte und aufwändige Tuschezeichnungen von Hunden und Katzen mit dem Auftreten exzentrischer Hipster. Er hatte ein festes Personal - Mickey, den zottigen Straßenköter, der Gras rauchte und Motorrad fuhr, Linda, die nuttige Afghanen-hündinHündin, die immer das Haar über ein Auge hängen ließ, und Nik Kat, sein Alter Ego, ein cooler Kater, der gern Streiche spielte und immer wieder mit einem blauen Auge davonkam. Nik Kat sprach den Leser direkt an, mit kurzen, unernsten Kommentaren wie Bitte bloß nicht umblättern. Denise trat als Little Kit Kat, das Wunderkätzchen, auf. Sie trug ein Cape und führte folgsam Nik Kats Befehle aus. Nik machte aus jeder Episode einen abgeschlossenen Band. Erst machte er drei oder vier Kopien mit Durchschlagpapier, und später stürzte er sich in Unkosten und machte ein paar mehr im Copyshop, aber der Umschlag war jedes Mal ein handgefertigtes Einzelstück: Er zeichnete die Umrisse mit Magic Marker vor, die er dann mit buntem, aus Zeitschriften ausgeschnittenem Papier auscollagierte. Denise hatte Niks Zines immer noch irgendwo in einem Karton. Er vergab eEin Exemplar gab er Mom und ihr an sie und Mom (sie mussten sich eins teilen), eins ging an seine aktuelle Freundin (Nik hatte immer eine Freundin), eins kam in eine Plastikhülle und wurde in seinem noch jungen Archiv abgelegt, und eins ging an ihren Vater, der in San Francisco lebte. Das Exemplar für seinen Vater signierte Nik und versah es mit der Limitierungsnummer, bevor er es in trickreich zugeschnittene braune Einkaufstüten verpackte, die er mit und mit Tesa zuklebte. Er adressierte ihn an Mr. Richard Kranis. (Daneben stand stets immer in winzig kleinen Buchstaben Kronos. Das rührte noch aus einer Zeit, in der Nik jedem Mensch in seinem Leben den Namen und die Identität einer Gottheit zugewiesen hatten. Naturgemäß war sein Dad Kronos, und obgleich obwohl Nik seine kindliche Götter-und-Mythen-Phase schon lange hinter sich gelassen hatte, behielt sein Vater immer den Kronos-Beinahmen in mikroskopischen Lettern.) Nik zeichnete den kompletten Umschlag voll und machte damit die Verpackung zur Verlängerung der Geschichte, die sie enthielt. Nachdem er es das Heft an seinen Vater geschickt hatte, trug er die Nummern der Ausgaben und wer welche davon besaß, in sein Hauptbuch ein. Schon damals schien er sein eigenes Leben für künftige Forschungszwecke mit Anmerkungen zu versehen/zu dokumentieren. "Selbstkuratierenung oder Vergessenheit/Vergessenheit", pflegte er zu sagen, als si