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ISBN/EAN: 978-3-942375-71-9
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
96 S.
Format (T/L/B):
1 x 21 x 14.4 cm

Hersteller:
Voland & Quist GmbH
Ilka Winkler
vertrieb@voland-quist.de
Gleditschstraße 66
DE 10781 Berlin
https://www.voland-quist.de/handel/

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Wo wir bleiben

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Unser Tipp für Sie

„Langsam und glanzlos verschwand ich

  im uralten Rücken der Sonne“

Ein Gedichtband, der uns in einen ganz eigenen Kosmos mitnimmt, in ein Dorf, eine brandenburgische Landschaft hinein. Da liegt der Geschmack von Wildkirschen in der Luft, da gibt es einen See, "die leuchtenden Bäuche der Barben" darin, da stehen Kiefern dicht an dicht unter dem Himmel. 

Wir folgen einem Gedichtzyklus, der in drei Teile unterteilt ist: "und ab jetzt bei Farnen sein", "mit der Kälte zugehen" und "hineinfinden, weiter", begleitet von nebulösen Fotos, Abbildungen aus der Natur. 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Foto aus " Wo wir bleiben", von Lydia Daher

 

„Szymborskas Wolken -

keine in Sicht.

Bloß ein paar Vögel,

bewegt durch

die Einwände des Lichts“

heißt es. Oder:

„Wer bin ich,

auf die windschiefe Wildkirsche schwörend,

die morsch, doch zart

helles Grün austreibt?“

Wir folgen diesem Ich, auf der Suche nach einer Landschaft zum Bleiben. Poetisch und eigenwillig, mit einer ganz eigenen Stimme wird hier gesprochen. Da gibt es Verse und Wörter, die lange nachhallen, einen ganz zarten, sinnlichen Klangraum erzeugen. Eine Stimmung, die zum Bleiben einlädt, um es in den Worten von Lydia Daher zu sagen.

„Ein Sonnenauge

Ein Mondauge

Wolkenflügel im Sturz“ heißt es.

Oder:

„Stechmücken, Stechschwüle, Kübelschwanken“

„Wenn es dir schlecht geht,

geht es immer auch der Sonne schlecht,

dem Flieder und den Brombeerhecken,

dem Rotmilan, den Regenmänteln

und dem Gras.“

Eine ganz eigene Welt erschafft die Lyrikerin und Musikerin Lydia Daher, die immer wieder auch an die Sprache und an die Bildwelten der Sarah Kirsch erinnern. 

Mit " kartoffelförmigen Monden im Himmel", "Königsröhrlingen" und " Rotmilanen" sich wegträumen. Und dann, von der brandenburgischen Landschaft schließlich sich entfernen, immer weiter in die Stadt:

" Die Stadt klebt uns am Körper 

 Wir beten.

Mach, dass alles gut wird

 

durch den Regen, 

durch die Graupel, 

durch den Hagel, 

einen Downburst,

unseretwegen. 

Dass wir uns nicht ergeben." 

 

" Wor wir bleiben" ist ein Gedichtband zum Wegträumen, genau passend für den bisher so regenerischen Sommer. Dabei kommt man unweigerlich nicht umhin, der Frage nachzugehen, wie und wo man selbst gerne leben will... 

 

Beschreibung

Die Stadt verspricht Entgrenzung. Das Land Besinnung. Doch wo bleiben wir, wenn keiner dieser Orte mehr seine Versprechen einlöst und wir uns auf den sandigen Böden Brandenburgs genauso verloren fühlen wie auf den zugemüllten Straßen Kreuzbergs? Wenn der Möglichkeitsraum schrumpft und wir an einem Punkt in unserem Leben angekommen sind, an dem uns auch romantische Verklärung nicht mehr tröstet? In ihren neuen Gedichten zieht es Lydia Daher in der ihr eigenen atmosphärischen Mischung aus Aufbegehren und Melancholie zu den Wegrändern. Auf der Suche nach einem Ort zum Bleiben - zusammen mit einem Kind, das ihren Blick auf die Welt immer wieder spiegelt und verändert.

Leseprobe

Überlandleitungen. / Sorgenfalten des Himmels. Wie Eltern, die ihre Kinder anstarren, / jahrelang, und dann nichts sagen als / ab hier schafft ihr es allein. Deine ausgestopften / kleinen Schuhe.