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ISBN/EAN: 978-3-945961-21-6
Einband: Englische Broschur
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
140 S.
Format (T/L/B):
1.3 x 20.4 x 13.3 cm

Hersteller:
Edition Karo Literaturverlag Josefine Rosalski
Josefine Rosalski
josefine.rosalski@edition-karo.de
Falkentaler Steig 96a
DE 13467 Berlin
www.edition-karo.de

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Künstler und Entdecker in der Südsee

Meine Reise zu den Zielen von Cook, Gauguin und Stevenson, Reiseerzählung

16,00 €

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Beschreibung

Ganz Europa erlag der Idee von glücklichen Eingeborenen im polynesischen Paradies, seit man von ihnen wusste. Die uns bekannte Geschichte beginnt mit ersten Entdeckungen im 16. Jahrhundert und hat ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert, als Abenteurer die Südsee besuchten, um etwas zu finden, was Europa ihnen verweigerte. Inspiriert von einem schaurig-schön illustrierten Gedichtband von Adelbert von Chamisso begibt sich Charlotte Ueckert in die ferne pazifische Welt, deren Südseeinseln unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Autorin bereist die Ziele von Künstlern und Entdeckern aus aller Welt wie Cook und Gauguin auf Tahiti, und Stevenson auf Samoa, Melville und Jack London auf Nuku Hiva, die zu den Marquesas gehören, Emil Nolde und Max Pechstein auf Neuguinea.

Über Charlotte Ueckert

CHARLOTTE UECKERT studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg in den Bereichen Exil- und Nachkriegsliteratur. Es folgten Lehraufträge an Fachhochschulen und Akademien, zudem Arbeiten für Zeitungen und den Rundfunk, auch Veröffentlichungen mehrerer Lyrikbände, Reiseessays, Anthologien und Künstlerbiografien z. B. von Paula Modersohn-Becker und Niki de Saint Phalle. Sie veranstaltet zudem Lesungen und Workshops und nimmt an Lyrikfestivals teil; ihre Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Charlotte Ueckert ist Mitglied des PEN, lebt als freie Autorin in Hamburg und hat jahrelang im Vorstand des Literaturzentrums Hamburg gearbeitet. Sie war 2006 bis 2018 Vizepräsidentin der Europäischen Autorenvereinigung Die Kogge mit Hauptsitz in Minden, Westfalen.

Leseprobe

Endlich eines Morgens Land in Sicht. Die erste Marquesa-Insel Nuku Hiva. Wilde von weitem glattgeschliffen aussehende Felsen. Ein großer orangefarbener Vogel streift über das Meer. Es ist nicht die einladende Südsee, die sich uns bietet, aber doch gewaltige Felsformationen, grün überzogen von einer Art moosigem Bewuchs, wie es von weitem aussieht und der sich später als Gesträuch entpuppen wird. Majestätisch zieht die felsige Küste von am Schiff vorbei. Ich hoffe, der Ausflug wird schön. Wir wollen sehen, ob wir uns ein Taxi mieten können. Organisierte Ausflüge werden uns auf dieser Insel gar nicht angeboten. Paul Theroux hat in seinem Buch über die Inseln 13 Seiten Nuku Hiva gewidmet und mich neugierig gemacht. Er kam mit dem Versorgungsschiff, der Aranui, die jetzt, vor uns angekommen, bereits in der Bucht lagert. In seinem Reisebericht kann ich jetzt Station auf Station nachlesen. Viele der Inseln, die er in der Südsee bereiste, erreichte er mit einem Paddelboot. Der 1941 geborene Amerikaner ist in der ganzen Welt herumgekommen und hat ähnlich wie der berühmteste aller modernen Reiseschriftsteller, Bruce Chatwin, immer den Kontakt zu den Einheimischen gesucht. In seinem Buch Das Tao des Reisens, 2015 erschienen, zitiert er Chatwin, als er sich über den Begriff des Fremden Gedanken macht: Der Fremde ist, wenn er kein Händler ist, ein Feind. Theroux als Fremder bezieht sich aber auch auf Vorstellungen, dass er als ein palangi, wie es auf Samoanisch heißt, jemand ist, der aus den Wolken vom Himmel kommt, also ein gottähnliches Geschöpf ist. Zwischen Feind und Gott hat er sich furchtlos in fremden Ländern bewegt. Zu seinem Südseepaddelbuch bekam er zur richtigen Zeit einen Auftrag. Gleich nach seiner Scheidung, die ihn beinahe aus der Bahn geworfen hatte. Am Ende seines Buches kommt er darauf zurück und schreibt über die Einsamkeit des Reisens. Immer wieder wird er von den Einheimischen nach seiner Frau befragt. Für die Südseebewohner mit ihrem eng- und weitmaschigen Verwandtschaftsnetz ist es unvorstellbar, dass jemand wochenlang allein mit einem Paddelboot reisend lebt. Jeder der Insulaner hat Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Cousins und in jungen Jahren eine eigene Familie. Wenn Theroux diese Gemeinschaften erlebt, wird er oft traurig und paddelt dagegen an. Jede Gelegenheit mit einem Fremden zu sprechen, ergreift er. So kommen viele Gespräche zustande, die den Alltag seiner Gegenüber schildern. Trotzdem: Allein auf einer kleinen Insel oder auf dem Meer ist es für ihn besser auszuhalten, wenn niemand da ist, mit dessen Einbindung in Familie und Gesellschaft er sich vergleichen muss.