BUCHPREMIERE EXTRADRUCK Marko Martin: Dissidentisches Denken. Reisen zu den Zeugen eines Zeitalters. Moderation: Rainer Wieland.

»Wer dieses Buch gelesen und verstanden hat, der hat kein moralisches Recht mehr, pessimistisch zu sein.«  Ilko-Sascha Kowalczuk

In dieser Neuausgabe ist Martins Rede zum 35. Jahrestag der Friedlichen Revolution vom 7. November 2024 in Schloss Bellevue enthalten!

Marko Martin nimmt uns mit auf eine Reise zu dissidentischen Zeugen des Totalitarismus des vergangenen Jahrhunderts: Raissa Orlowa-Kopelew, Arthur Koestler, Milan Kundera, Czesław Miłosz, Manès Sperber, Edgar Hilsenrath, Jürgen Fuchs, Pavel Kohout, Hans Sahl, Mariana Frenk-Westheim und viele mehr – ihr Denken kann uns helfen gegen die Erinnerungslosigkeit.

Die Schicksale der Autorinnen und Autoren, mit denen Marko Martin spricht oder die er einfühlsam porträtiert, sind eigentümlich miteinander verflochten: Als Emigranten aus NS-Deutschland oder als Renegaten des parteikommunistischen Denkens – mitunter verbindet sich beides – haben sie die geschichtlichen Brüche an ihrer eigenen Existenz erfahren. In ihrer illusionslosen Kritik an den Regimen und Ideologien haben sie ein feines Gespür für Gefährdungen entwickelt, die uns heute wieder beunruhigend aktuell erscheinen.

Marko Martin lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Neben einem Essayband zur israelischen Literatur und einer Tel Aviv-Hommage erschienen in der Anderen Bibliothek seine Bücher Schlafende Hunde und Die Nacht von San Salvador sowie 2019 der Essayband Dissidentisches Denken. Mit Das Haus in Habana. Ein Rapport stand er auf der Shortlist des Essayistikpreises der Leipziger Buchmesse. Bei Tropen erschienen: Die verdrängte Zeit (2020) und Die letzten Tage von Hongkong (2021).

Rainer Wieland, geboren 1968 in Weißenburg (Bay.), ist Herausgeber, Lektor und Autor und lebt in Berlin. Gemeinsam mit Nele Holdack gibt er die Andere Bibliothek heraus.

calendar_clock Datum & Zeit
Beginn:
27.02.2025 20:00 Uhr
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Georg Büchner Buchladen, Wörther Straße 16, 10405 Berlin
Deutschland

sell Eintrittspreis
VVK 13€, AK 15€
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'Brauchen wir Ketzer?' - Stimmen gegen die Macht
Marko Martin
'Brauchen wir Ketzer?' - Stimmen gegen die Macht
Portraits
EAN: 978-3-96587-038-3
Wiederholt sich Geschichte? Angesichts der aktuellen Ereignisse liest Marko Martin vermeintlich 'alte' Bücher neu und entdeckt beunruhigende, aber auch erhellende Parallelen. Die Frage 'Brauchen wir Ketzer? ' des ersten Arco-Autors Fritz Beer im Titel aufgreifend und Hermann Brochs 'Der Intellektuelle ist. sozusagen der Ketzer an sich' im Sinn, wendet er sich scharfsichtigen Autorinnen und Autoren zu, auf die zu wenig gehört wurde: Hatten die Schriftsteller Friedrich Torberg und Hans Habe nicht bereits 1938, im Jahr der trügerischen westlichen Hoffnung auf 'Peace for our Time' - unter Preisgabe Österreichs und der Tschechoslowakei an Hitler - die Schrecken des Kommenden feinnervig erspürt und in Romanen beschrieben? Hatten nicht zwei so unterschiedliche Essayisten wie Jean Améry und Ludwig Marcuse die rechtswie linksideologischen Manipulationen ihrer Zeit luzid durchschaut? Hatte die deutschsprachige Prager Schriftstellerin Alice Rühle-Gerstel in ihrem mexikanischen Exil einen behäbigen westlichen Liberalismus nicht ebenso präzis analysiert wie die mörderischen Machttechniken des Stalinismus - darin vergleichbar dem aus Charkiw stammenden Romancier Leo Lania, einem Freund Willy Brandts? Hatte nicht selbst in der DDR Stefan Heym vermocht, den herrschaftskritischen Intellektuellen zum Protagonisten seiner Bücher zu machen? Und war nicht sogar die angepaßtere Anna Seghers in ihren karibischen Novellen zu einer Art literarischer Pionierin postkolonialen Schreibens geworden? Hilde Spiel und Jeanne Herrsch, Primo Levi, Fritz Beer oder Hermann Broch - sie alle waren säkulare jüdische Schriftsteller, luzide Ketzer anstatt wirrköpfige 'Querdenker', die, oft unter großem persönlichen Risiko, ihre Zeit beschrieben und uns noch heute viel zu sagen haben. Marko Martins neues Buch knüpft an sein hochgelobtes Dissidentisches Denken an, ist eine Erinnerung an tapfere Menschen und gleichzeitig Einladung, durch Lektüren unsere gegenwärtigen Debatten zu weiten.

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Und es geschieht jetzt
Marko Martin
Und es geschieht jetzt
Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober - Ovid Preis und Reiner-Kunze-Preis 2025
EAN: 978-3-608-50255-8
Was können wir tun - achshav? Jetzt? Ovid Preis 2025Reiner-Kunze-Preis 2025Der 7. Oktober 2023 - ein Schreckenstag, dessen Ausmaß noch immer nicht abzusehen ist. Marko Martin beschreibt, was im Jahr danach geschah. Auf der einen Seite die sich polarisierende Öffentlichkeit, die Relativerungen und Rechtfertigungen. Auf der anderen die Jüdinnen und Juden in Deutschland und Israel, in deren täglichen Leben nichts ist wie zuvor. Die furchtbaren Bilder, der Verlust von Freunden und Verwandten, die Angst auf der Straße hier in Deutschland, und immer wieder Frage: Was können wir tun - achshav? Jetzt? Ein Buch der Zwischenräume und Zwischentöne, das dem Hass die Geschichten der einzelnen Menschen entgegensetzt. Ein Plädoyer für Tikkun Olam, die Reparatur der Welt. Das Jahr nach dem 7. Oktober führt in viele Abgründe. Jüdinnen und Juden machen wieder die Ur-Erfahrung der Schutzlosigkeit, besonders nach den Bildern jubelnder Islamisten in deutschen Großstädten. In Israel hat der Massenmord der Hamas tiefe Wunden gerissen, Kindergärten, Bibliotheken, Kibuzzim - plötzlich Schauplätze des Terrors. Das entsetzliche Schicksal der Geiseln. Dazu der Gaza-Krieg und eine Regierung, gegen die Hunderttausende Israelis protestieren. Und immer diese Frage: Wie miteinander weiterleben? Die eine Lösung gibt es nicht, aber doch viele Möglichkeiten erster Hilfe, Gründe für Zusammenhalt. Marko Martin hat sie gesucht und gesammelt und auf bewegende Weise zusammengeführt. 'Marko Martin ist ein wahrer Humanist.' Anne Applebaum 'Marko Martins Tel Aviv-Szenen erinnern an die Geschichten Bruce Chatwins.' Ha'aretz 

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