BUCHPREMIERE Nina Bußmann: Drei Wochen im August. Moderation: Miriam Zeh.

Ein abgelegenes Ferienhaus an der französischen Atlantikküste: Hier will Elena mit ihren Kindern drei unbeschwerte Wochen verbringen. Ihr Mann ist zu Hause in Deutschland geblieben, die Ehe läuft nicht gut. Dafür hat Elena die Babysitterin Eve und eine Freundin der dreizehnjährigen Tochter mitgenommen. Doch was als entspannte Auszeit beginnt, wird immer stärker bedroht, von außen wie von innen: Die ausgetrockneten Wälder stehen in Flammen, unangekündigte Gäste tauchen auf, Konflikte spitzen sich zu – befeuert von Eifersucht, Misstrauen und Abhängigkeiten. Bis eines der Mädchen plötzlich verschwindet.

Nina Bußmanns neuer Roman "Drei Wochen im August" ist ein intensives Kammerspiel in der Hitze eines Sommers. Was zunächst harmonisch scheint, wird immer mehr zur Tragödie und liest sich dabei spannend wie ein Krimi. Eine unbedachte Bemerkung, eine falsche Verdächtigung, und das komplexe Beziehungsgeflecht der Figuren droht zu zerreißen. Bis ein Kind verschwindet und sich das flirrende Gefühl der Vorahnung in einem großen Knall entlädt, hinter dem es kein Zurück mehr gibt. Davon erzählt Nina Bußmann mit großer psychologischer Klugheit und feinem Gespür für das Zwischenmenschliche – denken Sie an Yasmina Rezas Gott des Gemetzels, aber in leise, oder an Christian Petzolds Berlinale-Gewinner Roter Himmel. Danach wird nichts mehr so sein, wie es war.


Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, lebt in Berlin und im Wendland. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt das Alfred-Döblin-Stipendium 2022.

Miriam Zeh arbeitet als Literaturredakteurin bei Deutschlandfunk Kultur in Berlin. Als Literaturkritikerin war und ist sie Teil verschiedener Preisjurys (Deutscher Buchpreis, Großer Preis des Deutschen Literaturfonds, Schubart-Literaturpreis u.a.) und moderiert regelmäßig Literaturveranstaltungen in ganz Deutschland. Zuvor studierte sie Musik, Germanistik und Philosophie in Köln und St. Louis, promovierte zur Repräsentation schriftstellerischer Arbeit in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und arbeitete als Literaturwissenschaftlerin an den Universitäten in Frankfurt/Main und Mainz.

calendar_clock Datum & Zeit
Beginn:
10.03.2025 20:00 Uhr
pin_drop Veranstaltungsort

Georg Büchner Buchladen, Wörther Straße 16, 10405 Berlin
Deutschland

sell Eintrittspreis
VVK 13€, AK 15€
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Dickicht
Nina Bußmann
Dickicht
Roman
EAN: 978-3-518-42910-5
Auf eigene Faust auszunüchtern, schaffen die wenigsten. Wer mit dem Trinken aufhören will, sollte Anschluss an eine Gruppe suchen. Die suchtkranke Ruth kennt solche Lehren, glaubt aber nicht daran. Allein kommt sie am besten zurecht. Als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus aufwacht, braucht sie jedoch Unterstützung und wendet sich an eine Mitpatientin, Katja. Der passiert das ständig, Leute bitten sie um einen Gefallen, eine Unterschrift, etwas Kleingeld. Helfen gibt ihr ein gutes Gefühl, auch wenn sie weiß, dass sie sich später nur schwer abgrenzen kann. Sie merkt bald, Ruth zu mögen ist nicht leicht. Und es gibt noch andere, die sich darum bemühen - Max, der sie mit seinem linken Kollektiv beim Kampf gegen die neue Vermieterin unterstützen wollte. Katja kennt ihn nur aus Erzählungen und empfindet Eifersucht. Was ist das für einer, der angeblich nie die Geduld verliert, keine feste Widerstandsfläche bietet? Nina Bußmann erzählt von drei Menschen in der Großstadt, die um Kontrolle kämpfen, sie aber längst verloren haben. In prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse verstrickt, taumeln sie zwischen Abhängigkeiten und Freundschaften, Therapieversprechen und spirituellen Verlockungen. Ohne Rausch kommt kaum einer aus. Und dennoch suchen sie alle nach Klarheit. 'In Nina Bußmanns Büchern ist es die Genauigkeit der Beschreibung, die die Unschärfen des Lebens erkennbar macht.' Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

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