Peter Böthig (Hg.): Sprachzeiten. Der Literarische Salon von Ekke Maaß. Eine Dokumentation von 1978 bis 2016. Buchvorstellung und Gespräch mit Ekke Maaß und Bert Papenfuß.

Buchvorstellung & Gespräch mit Ekke Maaß und Bert Papenfuß, Moderation: Hannes Schwenger

Ekkehard Maaß, der im Zusammenhang mit der Biermann-Ausbürgerung von der Universität relegiert worden war, etablierte ab 1978 in seiner Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg einen Lite­rarischen Salon. Dieser entwickelte sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte von Künstlern, die sich schon zehn Jahre vor dem Mauerfall von der kommunistischen Ideologie und den staatlichen Strukturen der DDR lossagten. Hier lasen junge Autoren wie Uwe Kolbe, Katja Lange, Bert Papenfuß, Eberhard Häfner, Hans-Eckardt Wenzel, Peter Brasch, Jan Faktor, Detlef Opitz und viele andere im Beisein von Elke Erb, Christa und Gerhard Wolf, Franz Fühmann oder Heiner Müller, die als Mentoren eine wichtige Schutzfunktion ausübten. Hier wirkte auch der Dichter und Stasimitarbeiter Sascha Anderson als wichtiger Initiator künstlerischer Projekte, gleichzeitig lieferte er seine Freunde der Stasi aus.

In Zusammenarbeit mit jungen Künstlern entstanden Einladungsgrafiken für die Lesungen sowie Künstlerbücher, die die Zensur unterliefen. An den Wänden des Salons hängen bis heute Bilder von Penck, Conny Schleime, Ralf Kerbach, Christine Schlegel, Hans Scheib, Gerd Sonntag neben Arbeiten von Künstlern aus Litauen, Tatarstan, Georgien und Usbekistan.

Im Hinterhaus gab es die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß, die viele Künstler aus der Szene unterstützte, indem sie sie ihre Keramik bemalen und verkaufen ließ.

Seit den Achtzigerjahren öffnete sich der Salon auch Autoren und Künstlern aus Ost­europa: Es kamen Bulat Okudshawa, Andrej Bitow, Tschingis Aitmatow, Jewgeni Jewtuschenko, Wiktor Jerofejew, Wladimir Sorokin, Nino Haratischwili, der deutschsprachige geor­gische Schriftsteller Giwi Margwelaschwili und Apti Bisultanow. Aber auch Allen Ginsberg und Ernst Jandl besuchten die Schönfließer Straße 21.

Ekke Maaß, Gründer des Salons und Hausherr bis heute, ist ein vielgefragter Zeitzeuge, Liedersänger, literarischer Übersetzer, Publizist und in der von ihm geleiteten Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft auch Menschenrechtsaktivist. Das Buch versucht, alle Facetten seines Wirkens zu würdigen.

Peter Böthig gehörte in den achtziger Jahren zur unabhängigen Literaturszene Berlins. Unter anderem war er Mitherausgeber der selbstverlegten literarischen Zeitschrift SCHADEN. 1986 Kündigung seiner Assistentenstelle an der Humboldt-Universität und schließlich 1988 Verhaftung durch die Staatssicherheit; Ausreise in die Bundesrepublik. Nach 1989 arbeitete und lehrte Dr. Peter Böthig an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der University of Pittsburg; seit 1993 leitet er das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum auf Schloß Rheinsberg.

In Kooperation mit dem LUKAS Verlag.

 

calendar_clock Datum & Zeit
26.04.2017 20:00
-
22:00 Uhr
pin_drop Veranstaltungsort

Georg Büchner Buchladen, Wörther Straße 16, 10405 Berlin
Deutschland

sell Eintrittspreis
5€
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sprachzeiten
Peter Böthig
sprachzeiten
Der Literarische Salon von Ekke Maaß - Eine Dokumentation von 1978 bis 2016
EAN: 978-3-86732-241-6
Ekkehard Maaß, der im Zusammenhang mit der Biermann-Ausbürgerung von der Universität relegiert worden war, etablierte ab 1978 in seiner Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg einen Literarischen Salon. Dieser entwickelte sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte von Künstlern, die sich schon zehn Jahre vor dem Mauerfall von der kommunistischen Ideologie und den staatlichen Strukturen der DDR lossagten. Hier lasen junge Autoren wie Uwe Kolbe, Katja Lange, Bert Papenfuß, Eberhard Häfner, Hans-Eckardt Wenzel, Peter Brasch, Jan Faktor, Detlef Opitz und viele andere im Beisein von Elke Erb, Christa und Gerhard Wolf, Franz Fühmann oder Heiner Müller, die als Mentoren eine wichtige Schutzfunktion ausübten. Hier wirkte auch der Dichter und Stasimitarbeiter Sascha Anderson als wichtiger Initiator künstlerischer Projekte, gleichzeitig lieferte er seine Freunde der Stasi aus. In Zusammenarbeit mit jungen Künstlern entstanden Einladungsgrafiken für die Lesungen sowie Künstlerbücher, die die Zensur unterliefen. An den Wänden des Salons hängen bis heute Bilder von Penck, Conny Schleime, Ralf Kerbach, Christine Schlegel, Hans Scheib, Gerd Sonntag neben Arbeiten von Künstlern aus Litauen, Tatarstan, Georgien und Usbekistan. Im Hinterhaus gab es die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß, die viele Künstler aus der Szene unterstützte, indem sie sie ihre Keramik bemalen und verkaufen ließ. Seit den Achtzigerjahren öffnete sich der Salon auch Autoren und Künstlern aus Osteuropa: Es kamen Bulat Okudshawa, Andrej Bitow, Tschingis Aitmatow, Jewgeni Jewtuschenko, Wiktor Jerofejew, Wladimir Sorokin, Nino Haratischwili, der deutschsprachige georgische Schriftsteller Giwi Margwelaschwili und Apti Bisultanow. Aber auch Allen Ginsberg und Ernst Jandl besuchten die Schönfließer Straße 21. Ekke Maaß, Gründer des Salons und Hausherr bis heute, ist ein vielgefragter Zeitzeuge, Liedersänger, literarischer Übersetzer, Publizist und in der von ihm geleiteten Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft auch Menschenrechtsaktivist. Das Buch versucht, alle Facetten seines Wirkens zu würdigen.

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25,00 €
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brennzeiten
Henryk Gericke
brennzeiten
Die Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß 1980-1989-1998 - Ein Zentrum des künstlerischen Offgrounds in Ost-Berlin
EAN: 978-3-86732-195-2
Die in der Schönfließer Straße 21 in Prenzlauer Berg gelegene Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß war eines der bedeutendsten Zentren der künstlerischen und politischen Opposition in der untergehenden DDR. Ihren legendären Ruf erlangte die Adresse zunächst durch illegale Lesungen in der Wohnküche von Ekkehard und Wilfriede Maaß. Seit Beginn der 1980er Jahre und nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Dichters und IM Sascha Anderson wurde zunehmend die Werkstatt der Keramikerin zum Treffpunkt nicht-angepasster Künstler und Autoren. Dabei entstanden nicht nur expressiv bemalte Vasen, Teeschalen, Krüge und keramischen Objekte, sondern auch viele Künstlerbücher, illegale Zeitschriften, Plakate, Gemälde, Plastiken und Fotos. Wilfriede Maaß war das gleichermaßen ruhende wie aktive Zentrum dieser Kunst- und Literatenszene. Ihre Werkstatt war Ideenbörse, 'Postamt', Wärmestube und Ort intensiver Begegnungen. Heute namhafte, damals zum Teil ausgegrenzte Künstler wie Cornelia Schleime, Ralf Kerbach, Helge Leiberg, Christine Schlegel, Angela Hampel, Hans Scheuerecker oder Sabine Herrmann haben hier Keramiken bemalt und so künstlerisch wie finanziell überlebt. Durch selbstgeschaffene Strukturen innerhalb eines geschlossenen Systems führten sie auf ihre Weise den Infarkt der DDR mit herbei. Die Geschichte der Keramikwerkstatt fand in den 1990er Jahren ihre Fortsetzung und experimentelle Ausweitung in der Galerie Wilfriede Maaß. Das Buch begleitet eine unter der Schirmherrschaft von Gerhard Wolf stehende Ausstellung. Neben einer Dokumentation wichtiger Arbeiten von Wilfriede Maaß enthält es Texte von Kennern der Szene wie Christoph Tannert, Ekkehard Maaß, Uwe Warnke, Annett Gröschner und ein Gespräch mit Wilfriede Maaß selbst.

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25,00 €