WEITER SCHREIBEN Lesung mit Abdullah Alqaseer und Christoph Peters.

Seit wenigen Wochen bilden der syrische Schriftsteller und Journalist Abdullah Alqaseer, der in Halle lebt, und der Berliner Schriftsteller Christoph Peters ein Tandem im Projekt Weiter Schreiben / www.weiterschreiben.jetzt.

Und weil es für die beiden Autoren naturgemäß kaum einen schöneren Ort geben kann, um sich das erste Mal persönlich zu begegnen als die eigene Lieblingsbuchhandlung, haben sie sich am Dienstagabend, den 3. Dezember im Georg Büchner Buchladen verabredet.

Dort werden sie Auszüge aus ihren Texten lesen und über ihre Auffassung von Literatur sprechen.

„Der Mensch hat das Alphabet erfunden, um kommenden Generationen von seinen Geschichten, Leistungen, Kenntnissen und Erfahrungen zu berichten, um seine wahre oder erlogene Historie niederzulegen. Und hier hatte ich nun ein neues Alphabet entdeckt. Diese Leute, deren Häuser man zerstört und geplündert hatte und von denen eine kaum bezifferbare Zahl getötet worden war – verdienten sie es nicht, dass sich jemand für sie interessierte?“ schreibt Abdullah Alqaseer in seinem Roman „Gebrauchte Alpträume", in dem er die Flucht aus Syrien und das Leben im Exil verarbeitet und der Anfang diesen Jahres auf Arabisch erschien.

Der arabisch-deutsche Abend wird von Christiane Kühl moderiert und von Youssef Hijazi übersetzt.

 

Abdullah Alqaseer

*1976 in Salmeiya/Syrien geboren, lebt in Halle. Der Schriftsteller und Journalist hat in Syrien Literatur studiert. Seit 2006 veröffentlicht er Artikel und Kurzgeschichten in Zeitungen und Magazinen. Sein erster Kurzgeschichtenband erschien 2015 unter dem Titel „Nackt in AlAbbasseen“, sein Roman „Gebrauchte Alpträume“ erschien Anfang 2019 in Jordanien.

 

Christoph Peters

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Seit 2000 lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er die Romane „Das Jahr der Katze“ (2018), den Erzählband „Selfie mit Sheikh“ (2017), sowie den Essay „Diese wunderbare Bitterkeit – Leben mit Tee“ (2016). Sein Werk erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Aspekte-Literaturpreis 1999, den Friedrich-Hölderlin-Preis 2016 und den Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis 2018. Er studierte Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe bei H.E. Kalinowski und G. Neusel, zuletzt als Meisterschüler von Meuser. Anschließend arbeitete er fünf Jahre als Fluggastkontrolleur am Frankfurter Flughafen.

Foto Christoph Peters (c) Christoph Peters, Foto Abdullah Alqaseer (c) Juliette Moarbes.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Weiter Schreiben und dem Georg Büchner Buchladen. 'Weiter schreiben. Ein Portal für Literatur aus Kriegs- und Krisengebieten' ist ein Projekt von WIR MACHEN DAS in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds.

 

calendar_clock Datum & Zeit
03.12.2019 20:00
-
22:00 Uhr
pin_drop Veranstaltungsort

Georg Büchner Buchladen, Wörther Straße 16, 10405 Berlin
Deutschland

sell Eintrittspreis
5€
book_2
Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt
Lina Muzur
Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt
Weiter Schreiben - Literarische Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus Krisengebieten
EAN: 978-3-550-05068-8
Weitermachen, Weiterreden, Weiterschreiben. Das ist der dringliche Appell, den die Texte dieses Bandes senden. Sie bilden einen Dialog über künstlerisches Schaffen im Exil ab, den die Autorinnen und Autoren mit namhaften deutschen Schriftstellerinnen und Schriftstellern - unter ihnen Nino Haratischwili, David Wagner und Sasa Stanisic - führen. Alle hier genannten Autorinnen und Autoren haben eines gemein: Sie alle leben in Krisengebieten oder mussten ihre Heimat verlassen. Nun wollen sie vor allem eins: weiterschreiben. In ihren Gedichten und Prosatexten geht es um Erinnerung und Vergegenwärtigung, Häuser und Wolfsherzen, Verlust und Identität, Liebe und Begehren, Kühlschränke und Küchentische, Hoffnungen und Enttäuschungen. Alle Texte bieten berührende Einblicke in die Biografien der Autorinnen und Autoren und ihre Vorstellungswelten, die sie mit ihren Tandempartern diskutieren. Mit Beiträgen von Ali Al-Kurdi, Martin Kordic, Mariam Meetra, Antje Rávic Strubel, Widad Nabi, Annett Gröschner, Samuel Mágó, Rasha Habbal, Nora Bossong, Souad Alkatheeb, Fady Jomar, David Wagner, Yamen Hussein, Lena Gorelik, Noor Kanj, Svenja Leiber, Galal Alahmadi, Tanja Dückers, Ramy Al-Asheq, Monika Rinck, Omar Al Jaffal, Kristine Bilkau, Lina Atfah, Nino Haratischwili, Karoly Mágó, Rabab Haidar, Ulla Lenze, Salma Salem, Sasa Stanisic, Ahmad Katlesh und Michael Krüger

Nachfragen

24,00 €
book_2
Weg sein - hier sein
Mathias Bothor
Weg sein - hier sein
Texte aus Deutschland
EAN: 978-3-905951-97-4
Diese Anthologie versammelt Texte von Autoren, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind und jetzt hier im Exil leben. Einige kamen mit einem Stipendium, andere aufgrund von Arbeitsverträgen, einige haben ein Asylverfahren durchlaufen, andere stecken noch mittendrin. Darum sind es Texte aus Deutschland - Gedichte, Kurzgeschichten oder Erzählungen, die zu diesem Land gehören, genauso wie die Schriftsteller und die Flüchtlinge, die jetzt hier leben. Die Autoren erzählen von ihrer Heimat, dem Alltag, den sie verlassen haben, von Flucht, von Vereinsamung, von einer Existenz in einem fremden Land mit einer fremden Kultur, die ihnen oft auch feindselig begegnet, von Verzweiflung, von Rettung und von neuer Verzweiflung. Ihre Geschichten sind in ihren Heimatländern häufig verboten gewesen und nicht veröffentlicht worden. Hierzulande kennt man ihre Geschichten bislang nicht, weil die Sprachbarriere ihnen ihre Stimme genommen hat. Diese Anthologie stellt Fragen - wer sind die Geflüchteten und warum sind sie gekommen? -, anders als es Journalisten tun. Literatur gibt andere Antworten, sie lässt uns teilhaben an etwas, was wir selber sind, ohne uns dessen bewusst zu sein. Diese Anthologie ist ein Beispiel dafür, auf wie vielfältige formale und inhaltliche Weise uns Literatur mit Welten, mit Sichtweisen und mit uns selbst vertraut machen kann.

Lieferbar innerhalb 1 - 2 Wochen

24,00 €