Birgit Weyhe: Schweigen

„Nie wieder ist jetzt! Nunca más.“, so beendet Birgit Weyhe auf Seite 364 ihres neuen Comicromans „Schweigen“ ihr Nachwort. Entgegen dem Titel ist dieses Buch ein Aufruf, aus der deutsch-argentinischen Geschichte zu lernen und eben nicht zu schweigen.

Ellen Marx ist als deutsche Jüdin 1939 nach Argentinien emigriert, ihre Familie hat sie nie wieder gesehen. 40 Jahre später sucht sie als eine der „Mütter der Plaza de Mayo“ nach ihrer Tochter Nora. Außerdem lernen wir Elisabeth Käsemann kennen. Sie studiert in den 1970er Jahren in Buenos Aires und politisiert sich in Studentenbewegungen. Sie verschwand und wurde Opfer der Militärjunta.

Weyhe hat das Buch in vier Abschnitte unterteilt, in denen zu Beginn die verschiedenen Bedeutungen von „Schweigen“ auf die kommende Handlung vorbereiten. Erinnern, Beschweigen, Verschweigen und Weiterleben. Sie erzählt die Lebensgeschichten der zwei Frauen und ordnet diesen dann Hintergrundinformationen zu. Diese besondere Aufteilung des Buches macht Weyhes Comicroman zu einem vielschichtigen Werk gegen das Schweigen.