Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte

Vierzig Frauen werden unterirdisch in einem Käfig gefangen gehalten. Keine von ihnen weiß, warum, und was in der Welt vor sich geht. Ihre Erinnerung ist nicht verlässlich. Sie haben nur sich, Kleidung, die sie selbst nähen müssen, und Nahrung. Sie dürfen sich nicht selbst töten, nicht schreien, nicht rennen, sich nicht gegenseitig vor den Blicken der Wächter abschirmen. Als eines Tages eine Sirene ertönt, die Wärter verschwinden und das Tor offen lassen, müssen sie sich in einer neuen Realität zurechtfinden.

Die jüngste der Frauen, die als kleines Mädchen gefangen genommen wurde, berichtet in diesem Buch von den Erlebnissen der Gemeinschaft. Von der Suche nach dem Sinn und einer Antwort, von der sie nicht einmal wissen, wie die Frage lautet. Dabei erinnert das Ganze immer wieder stark an Marlen Haushofers "Die Wand" und Margaret Atwoods "Der Report der Magd".

Jacqueline Harpman, eine belgische Autorin, die 2012 verstarb, arbeitete lange Zeit als Psychoanalytikerin und das merkt man dem Text an. Er ist gespickt mit klugen, teilweise philosophischen Gedanken. Die Handlungen der Protagonistinnen sind dadurch nachvollziehbar und doch bleibt das große Ungewisse. Was genau geschah, die Frage nach dem übermächtigen Warum, rückt nach und nach in den Hintergrund. Was bleibt, ist vielmehr die Frage nach dem Sinn des Lebens, wenn es ums Überleben geht.


Bibliographie
Tipp
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Ich, die ich Männer nicht kannte
Jacqueline Harpman
Ich, die ich Männer nicht kannte
Roman - 'Der verspätete Erfolg von Ich, die ich Männer nicht kannte ist vermutlich das Beste, was TikTok je angestoßen hat.' Marie-Luise Goldmann, Welt am Sonntag
EAN: 978-3-608-96670-1
'Ein wahres Wunder' New York TimesDer internationale SensationserfolgTief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Während das elektrische Licht Tag und Nacht verschwimmen lässt, sitzt ein junges Mädchen - die vierzigste Gefangene - allein und ausgestoßen in der Ecke. 'Ich, die ich Männer nicht kannte' ist so feministisch wie 'Der Report der Magd' und so existentiell wie 'Die Wand': Ein moderner Klassiker, internationaler Verkaufserfolg und BookTok-Hit in neuer deutscher Übersetzung.In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.

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