Unser Tipp für Sie
Im Oktober 1896 brechen die Brüder Thomas und Heinrich Mann zu einer gemeinsamen Reise nach Italien auf. Nachdem sie bereits im Jahr zuvor in Palestrina nahe Rom waren, soll es nun ein längerer Aufenthalt werden. Doch dieser steht auf der Kippe, denn so etabliert Heinrich bereits als Schriftsteller ist, fehlt es Thomas zu diesem Zeitpunkt noch an allem: Anstellung, Verlag, Geld. Was er hat, sind Selbstzweifel, es jemals zu einem bedeutenden Dichter zu bringen.
Die Brüder reisen an den Gardasee, nach Venedig und in die Hauptstadt. Teils in unfreiwilliger Begleitung, teils in ihren Gedanken allein. Thomas bringt in dieser Zeit unter anderem den Bajazzo zu Papier, außerdem den Anfang seines späteren Romandebüts und mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Verfall einer Familie: Buddenbrooks. Momente seiner Reise sollen ihn später zu Der Tod in Venedig inspiriert haben. Sein Aufenthalt in Palestrina zu Doktor Faustus, denn was er hier erlebte, die Begegnung, die er hatte, wird er nie wieder vergessen.
Akribisch recherchiert, um den Persönlichkeiten Heinrich und Thomas Manns und deren Verhältnis zueinander so nah wie möglich zu kommen, ist dieser Roman dicht wie ein Sachbuch und lebendig wie eine Biografie. Wer die Mann-Brüder und deren Beziehung verstehen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
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Beschreibung
Thomas Manns letztes GeheimnisThomas Mann ist einundzwanzig und beinahe verliebt. Als er 1896 mit seinem älteren Bruder Heinrich die lang ersehnte Italien-Reise antritt, lässt der Gedanke an seine Jugendfreundin Ilse Martens ihn nicht los. Bei ihr, hofft er, fände er den Halt, nach dem er sich so sehnt. Wäre da nicht dieser melancholisch blickende Jüngling. An ihn muss er immerzu denken, seit er ihm in Venedig über den Weg gelaufen ist. Aber warum nur? Wäre er doch bloß souverän und zielstrebig wie Heinrich. Der ist bereits, was Thomas gern wäre: Schriftsteller! Allein in Neapel will er herausfinden, was den Jungen traurig macht und ihn in einer Novelle verewigen. Doch anstatt sich so die rätselhafte Anziehung vom Leib zu schreiben, widerfährt Thomas im warmen Süden etwas zutiefst Schockierendes, das ihn für immer verändern wird. 'Matthias Lohre erzählt historisch sehr genau. Und er kann sehr, sehr gut erzählen. Er löst die Grenze zwischen Fakt und Fiktion ganz hervorragend auf und ist immer sehr nah bei seinen Protagonisten. Er schafft eine ungeheuer glaubwürdige Atmosphäre.' ORF, Ö1 Ex libris In seinem neuen Roman bringt Matthias Lohre uns den vielleicht größten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ganz nah: als ängstlichen jungen Menschen auf der Suche nach einem Platz im Leben. Damals wurde aus dem Schulversager der Autor der weltberühmten 'Buddenbrooks'. Dabei, so gestand er kurz vor seinem Tod, begegnete er im Gebirgsstädtchen Palestrina dem Bösen schlechthin. 'Teufels Bruder' erzählt von Erwachsenwerden, Geschwisterrivalität und der Sehnsucht nach Liebe - spannend, reif und schön.
Über Matthias Lohre
Matthias Lohre, Jahrgang 1976, ist Schriftsteller, Historiker und Journalist. Von 1996 bis 2001 studierte er Mittlere und Neuere Geschichte, Anglo-Amerikanische Geschichte undAnglistik an der Universität zu Köln und schloss mit dem Magister Artium ab. Von 2005 bis 2014 arbeitete er als Politikredakteur und Kolumnist der taz in Berlin. Sein autobiografisches Sachbuch 'Das Erbe der Kriegsenkel' platzierte sich 2016 in der Spiegel-Bestsellerliste. Den Nachfolger 'Das Opfer ist der neue Held' (2019) übernahm die Bundeszentrale für politische Bildung in ihre Schriftenreihe. Lohres Artikel zu geschichtlichen und gesellschaftspolitischen Themen erscheinen u.a. in der Zeit, Zeit Geschichte, Geo Epoche und P.M. History. Sein Debütroman 'Der kühnste Plan seit Menschengedenken' wurde 2021 von der Kritik einhellig gelobt. Mit Frau und kleinem Sohn lebt Lohre in Berlin.