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ISBN/EAN: 978-3-548-06980-7
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
304 S.
Format (T/L/B):
2.3 x 18.8 x 12.1 cm

Hersteller:
Ullstein Buchverlage GmbH
produktsicherheit@ullstein.de
Friedrichstraße 126
DE 10117 Berlin


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Unser Tipp für Sie

Ein Abschiedsbrief an den abwesenden, sterbenden Vater, der sich plötzlich verwandelt: „Aber jetzt ist es andersherum. Nicht du stirbst, sondern ich. Ich liege auf der Intensivstation. Organversagen.“ (S. 16) „Hast du dir schon mal vorgestellt, dass ich tot bin? […] Du sollst wissen, wer ich gewesen bin. Damit du niemals die Erleichterung fühlst, von der ich so oft heimlich träumte: von einem Toten angeschwiegen zu werden. Ich möchte dir für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer ich war. Du sollst erfahren, wie es deiner Familie in Deutschland ging, wie im letzten Sommer meiner Jugend alle meine Freunde verschwunden sind und wie auch ich versuchte, vor mir selbst zu fliehen.“ (S. 19f)

Ein eindringlicher Monolog eines Sohnes an seinen abwesenden Vater. Der Autor schreibt für das Maxim Gorki Theater, Nationaltheater Mannheim und Schauspielhaus Zürich.

Mutter Ümran mußte als Kind mit ihren Geschwistern bei der verhassten Tante bleiben, während die Eltern nach Deutschland zum Arbeiten gegangen sind. Entsprechend hat sie ihre Tochter Aylin erzogen, ihr alle Freiheiten gelassen - heute wechseln sie sich an Ardas Krankenbett ab, haben miteinander gebrochen. Arda erzählt von seinen Freunden Bojan, Savas und Danny, die jeden Tag zusammen abhängen. Von ihrem bitteren, chancenarmen Alltag. Manche haben Flucht-Hintergrund. „Aber wenn es eine Sache gibt, die ich spätestens an dem Nachmittag in der Garage begriffen habe, dann, dass wir alle auf dieser Welt nur beschissene Gastarbeiter sind, und das Einzige, was du tun kannst, ist, aufstehen und das Leben suchen, solange du noch kannst. Ich atme ein und aus.“ (S. 258)

Beschreibung

Ein Buch von radikaler Wahrheit und unvergesslicher Intensität 'Ich möchte dir für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer ich war. Du sollst erfahren, wie es deiner Familie in Deutschland ging, wie der letzte Sommer meiner Jugend war, bevor fast alle meine Freunde verschwunden sind. Du sollst wissen, wie es war, als deine alten Freunde mir auf die Schulter klopften und sagten, ich würde irgendwann werden wie du: Held einer gescheiterten Revolution. Ich werde diese Geschichten aufschreiben.' Necati Öziri schreibt eine Familiengeschichte über einen Sohn, eine Mutter und eine Schwester, deren Leben und Körper gezeichnet sind von sozialen und politischen Umständen. Und er schreibt über einen abwesenden Vater. Ein Roman von radikaler Wahrheit, Wut, Kraft, Liebe und Sehnsucht. *** Nominiert für die Shortlist des Deutschen Buchpreises *** 'Was für ein großartiges Gefühlsgewitter!' Sasha Marianna Salzmann'Für alle, die auch wissen, wie es ist, einen abwesenden Vater endgültig zu verlieren oder an kalten Orten Seelenverwandte zu finden oder bei angehaltenem Atem zwischen Leben und Tod zu schweben, ist Necati Öziris betörendes Debüt ein Triumph.' Sharon Dodua Otoo'Was für ein schönes, trauriges, humorvolles, intensives, herzzerreißendes und toll erzähltes Buch. Beim Lesen habe ich viel über Männlichkeit nachgedacht und über abwesende Väter. Große Empfehlung!' Linus Giese

Über Necati Öziri

Necati Öziri, geboren in einer der vielen grauen Ecken des Ruhrgebiets ('Hölle Hölle Hölle!'), hat Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin studiert. Er lebt in Berlin sein drittes Leben, macht Theater und manchmal einen auf Intelelli, wofür ihm sein sechzehnjähriges Ich eine Schelle verpassen würde. Öziri unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik, bis er feststellte, dass Logik die Welt nicht besonders gut beschreibt. Seitdem versucht er zu schreiben, nicht wie die Welt ist, sondern wie sie sich anfühlt. Öziri trifft sich regelmäßig mit alten Versionen seiner selbst, sie sitzen in Schulheften voller Kaffeeflecken herumblätternd auf dem Boden von Ämtern und warten (worauf eigentlich?) oder sie chillen auf Bänken am Bahnhof und bieten ihm einen Joint an. Bei den  45. Tagen der deutschsprachigen Literatur (Ingeborg-Bachmann-Preis) gewann er den Kelag-Preis und den Publikumspreis.