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Buchtipps - Romane

Karlotta kehrt für die Beerdigung ihrer Großmutter nach Bremen-Nord zurück, wo sie ihre halbe Kindheit zusammen mit der Cousine Nisa verbracht hat und wo es meistens regnet. Nisa und die anderen traf sie täglich in der Schule und sonntags bei der gemeinsamen Oma. Karlottas Vater ist Armenier. In der Schlafzimmerschublade ist das Erbe der Familie, aber auch zwei Gegenstände für Frauen, deren Namen bisher keiner gehört hat. Auf einem Zettel steht lediglich ein Name und „Yerevan, Armenien“. Gemeinsam mit ihrem Vater macht sich Karlotta auf die Reise dorthin.

Die ich-Erzählerin ist auf Lesereise in Norddeutschland. Nach einer Lesung in Lübeck tritt beim Signieren eine Frau auf sie zu und behauptet, dass sie beide den selben Vater hätten. Für die Ich-Erzählerin beginnt eine lange Befragung ihrer selbst und ihrer bis dahin vermeintlichen Sicherheiten: das Familienkonstrukt ihrer Herkunftsfamilie gerät ins Wanken und auch ihr eigenes hinterfragt sie pausenlos.

Nachdem Hüseyin sein gesamtes Arbeitsleben in Deutschland im Drei-Schicht-System am Stahlofen bei 1500 Grad zugebracht hat und sämtliche Feiertags- und Wochenend-Schichten mitgenommen hat, um sich eine anständige Rente, den Kindern eine ordentliche Schulbildung und vor allem: eine schöne Wohnung in Istanbul leisten zu können, in die eine Woche nach ihm seine Familie nachkommen wird — stirbt Hüseyin am Tag des Einzugs in dieser Wohnung auf dem Eichenfurnier.

Drei Frauen sehen Beckett. Da ist Margot, Anfang 70, Professorin für Dramatik, seit vielen Jahren mit dem dement werdenden John verheiratet, der sie mittlerweile schlägt.

Die Ukrainerin Olenka trifft 2016 auf einer Parkbank in Helsinki beinahe zufällig ihre ehemalige Freundin und spätere erbitterte Rivalin Daria. Beide sitzen sie dort und beobachten eine vierköpfige Familie, mit der beide Frauen auf unheimliche, schicksalhafte Weise verbunden sind. 

Said Al-Wahid ist Schriftsteller. Nach einer Podiumsdiskussion in Mainz fährt er nicht nach Berlin zurück, sondern fliegt direkt zu seiner sterbenden Mutter nach Bagdad - etliche Jahre, nachdem er aus dem Irak geflohen ist.

Der Göteborger Verleger Martin Berg steckt in einer Krise: Die Verlagsgeschäfte stocken, seine Frau Cecilia ist Jahre zuvor spurlos verschwunden, sein großes Romanprojekt liegt unvollendet in der Schublade und seine Freundschaft zu dem gefeierten Künstler Gustav Becker scheint endgültig erkaltet.

Die Familiengeschichte des Schauspielers, aus der Perspektive des dritten von vier Söhnen.

1979 – Der irakische Djamshid Khan wird aufgrund seiner politischen Neigung verhaftet und von der Baath-Partei gefoltert. Sie brechen ihn nicht, doch wird sein Körper immer dünner – irgendwann so dünn wie Papier. Der Wind erfasst ihn, er fliegt hoch in die Luft. Als er wieder auf der Erde aufschlägt, verliert er einen Großteil seines Gedächtnisses und beginnt ein neues Leben.

Schon die ersten Seiten lesen sich wie ein Paukenschlag. Wie ein langes Gedicht. Ostberlin 1986. Zur Musik des Brahms‘schen Requiem und desjenigen von Mozart lernen sich Katharina und Hans kennen. Sie ist 19, er Anfang 50, hat Familie und bereits ein Verhältnis. Er ist Schriftsteller, sie in der Setzer-Lehre. Hans und Katharinas Eltern bewegen sich im intellektuellen Milieu der DDR.