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Buchtipps - Romane

Der Roman fängt so an: „Sie lernt ihn kennen, sie verliebt sich. Er vergisst sie. Sie lernt ihn kennen, sie verliebt sich. Er vergisst sie. Sie lernt ihn kennen, sie verliebt sich. Er vergisst sie. Schließlich nimmt sie Abschied von ihm, einunddreißig Jahre nach ihrer ersten Begegnung. Auf seinem Sterbebett hat sie ihn vergessen.“ – Auf fast 280 Seiten erzählt die berühmte US-amerikanische Erzählerin die Beziehung zwischen einer Neurowissenschaftlerin und einem Mann, der immer wieder sein Gedächtnis verliert.

Eine wundervolle Hommage an die Science-Fiction und Horror Autor_innen des 20. Jahrhunderts! Matt Ruffs neuer Roman ist in den streng segregierten USA der 50er Jahre angesiedelt und inspiriert vom The Negro Motorist Green Book, eine Art Reiseführer mit Tipps und Hinweisen zu Orten, an denen Schwarze in relativer Sicherheit rasten, essen oder schlafen konnten. Zwei Familien stehen im Mittelpunkt, die mehr oder minder unfreiwillig in einen Strudel geraten, in dem es von (rassistischen) Geheimlogen, Zauberern bzw.

Otar Tschiladses neuer Roman zeichnet virtuos ein Zeitbild seines in schwierigem Umbruch befindlichen Landes, das sich nach der Loslösung vom Imperium erst selbst finden muss.

Miquel Gensana i Gíro wird von seiner angebeteten Júlia überraschend in ein neues, angesagtes Restaurant geführt - zuvor über Jahrzehnte der Stammsitz seiner weit verzweigten, adligen Familie. Das Sitzen und Essen dort läßt ihn die zweihundertjährige Familiengeschichte mit zahlreichen Verwicklungen und überraschenden Wendungen rekapitulieren, die er allerdings nicht mit Júlia teilt. 

Im gewohnten Stil des Reigens erzählt die niederländische Autorin eine Familiengeschichte. Sie geht aus von Louise Bergman, die als Altenpflegerin des Mordes an einem älteren Herrn für schuldig befunden wird. Der Ehemann ist Fernfahrer und selten zu Hause, die kleine Tochter Marie Lina wächst bei Verwandten auf und sinnt ihr Leben lang auf Rache an der echten Mörderin, um der Mutter wenigstens posthum Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dazu bietet sich ihr irgendwann die Gelegenheit....

Flannery O'Connor (1925 - 1964) gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Bis heute sind ihre Storys in den USA Schul- und Universitätslektüre, der wichtigste Short-Story-Preis des Landes trägt ihren Namen. Ihre Welt sind die Südstaaten, der sogenannte Bible Belt, Kernland des konservativen Amerika. Die Figuren sind engstirnige, selbstgerechte Provinzler, deren gottesfürchtige kleine Existenz durch Eindringlinge gestört wird, die Böses im Schilde führen.

Die psychologisch faszinierende Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung. Eine junge Frau begleitet ihre Mutter nach Spanien, wo diese in einer Spezialklinik behandelt werden soll, da die Beine ihr den Dienst versagen. Doch ist das Leiden der Mutter wirklich physischer Natur, oder versucht sie, ihre Tochter an sich zu binden?

München, Frühjahr 1945: Die amerikanische Besatzungsarmee macht es sich „gemütlich“. Trotz Fraternisierungsverbot flirten die GIs mit den „deutschen Frolleins“, handeln auf dem Schwarzmarkt mit Zigaretten, und die strengen Offiziere schauen nicht so genau hin. Doch es ist keine Idylle im von Bomben zerstörten München. Die faschistische Diktatur hinterlässt ihre Spuren nach dem Krieg.

Paris, heute. Vernon Subutex hat seine Wohnung verloren. In seinem früheren Leben betrieb er einen Plattenladen, den er allerdings schließen mußte. Das Inventar des Ladens und das der Wohnung hat er verkauft, dennoch kommt irgendwann der Gerichtsvollzieher. So versucht Vernon überall, unterzukommen. Er aktiviert alte Liebschaften und ewig nicht gesehene Freunde und kann bei vielen von ihnen ein paar Nächte bleiben.

Humorvoll-lakonisch erzählt Walt Whitman eine klassische Aufstiegsgeschichte in der Tradition des großen Charles Dickens, allerdings in der Neuen Welt, mitten in New York. Er schildert die Schattenseiten der rasant wachsenden Metropole, verschweigt weder das Elend der Notleidenden noch die Korrumpierung derer, die an der Wall Street zu schnellem Geld gekommen sind.