Unser Tipp für Sie
Kato und Lev kennen sich seit Kindertagen. Mittlerweile ist sie Malerin und reist mit ihrem Partner durch die Welt, wo es ihr gefällt, bleiben sie und sie verdient Geld durch geniale Street-Art und Auftragswerke. In Zürich trifft sie Lev wieder und die beiden machen sich auf die Reise: sechs Wochen über Paris, Nantes in den Osten die Küste entlang. Jetzt muss Lev zurück in seinen Alltag. Der besteht aus Sägewerk und vielen Geschichten und Erinnerungen, die sich in seiner Heimat in Siebenbürgen abspielen. Die Geschichte von Kato und Lev wird rückwärts erzählt. Und so lernt man Lev, seine Familie und seine Welt immer näher kennen. Versteht, wie er zu dem wurde der er ist. Erfährt auch einiges über das Ceausescu-Rumänien, in dem er Wehrdienst leisten muss. „Gut war man geworden. Im Wegsehen, Weghören. Auch: Wegdenken. Es zeichnete einen geradezu aus, dass man nichts weiter dachte, nichts hörte, nichts sah. Denn es gab welche, die sehr gut im Sehen und Hören waren, denen nichts entging. Man bemerkte kaum, wie alles teurer, knapper wurde. Geschahen die Dinge langsam, hatte man Zeit, sich an alles zu gewöhnen“, heißt es auf Seite 137. Außerdem lernt man einiges über die bewegte Geschichte der Menschen in Siebenbürgen.
Die besondere Freundschaft zwischen Lev und Kato wird ganz zaghaft und sanft erzählt. Ein zauberhaftes Buch.
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Beschreibung
Shortlist Deutscher Buchpreis 2024Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis'Du hättest zurücksehen müssen, dachte er, allein um zu wissen, ob sie sich nach dir umgewandt hat.'Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung der europäischen Grenzen weitet ihre Lebensentwürfe und verändert ihre Beziehung für immer. Voller Schönheit und Hingabe erzählt Iris Wolff in ihrem großen neuen Roman von zeitloser Freundschaft und davon, was es braucht, um sich von den Prägungen der eigenen Herkunft zu lösen. Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: 'Wann kommst du?' Kunstvoll und poetisch verwandelt Iris Wolff jenen Moment in Sprache, wenn ein Leben ans andere rührt, und zeichnet in ihrem großen europäischen Roman das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt.
Über Iris Wolff
Iris Wolff, geboren in Hermannstadt, Siebenbürgen. Die Autorin wurde für ihr literarisches Schaffen mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Eichendorff-Literaturpreis, dem Marieluise-Fleißer-Preis sowie dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis und dem Solothurner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk. Zuletzt erschien 2024 der Roman 'Lichtungen', der mit dem Uwe-Johnson-Preis und dem Spycher: Literaturpreis Leuk ausgezeichnet sowie für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Die Autorin lebt in Freiburg im Breisgau.