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ISBN/EAN: 978-3-442-77582-8
Einband: kartoniertes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
320 S., 33 s/w Illustr.
Format (T/L/B):
2.4 x 18.8 x 12 cm

Hersteller:
Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
produktsicherheit@penguinrandomhouse.de
Neumarkter Straße 28
DE 81673 München


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Unser Tipp für Sie

„Weil Hanna das Wachstum der Blumen in- und auswendig kannte, übertrug sie das Bild von Werden und Vergehen auch auf die Menschen in ihrem Umfeld. Da gab es Knospen oder kleine Blüten, das abgebrochene Kind und das Kind, aus dem nichts geworden war. Damit meinte sie das Kind in den Männern, die sie auf der Arbeit umgaben. Unter den Frauen gab es die schnell Verblühten und die Rosen, die Königin der Nacht und die Wegwarte. Männer unterschied Hanna nach Unkraut und Nutzpflanzen. Karl war Rauke, also beides, je nachdem, wo es stand. Auch ihren Kindern ordnete sie Pflanzen zu. Elisabeth war wegen ihrer Dickhäutigkeit eine Aloe, Barbara ein Essigbaum, der wuchs überall, hob Betonplatten an und hatte selbst im Herbst noch Kraft für Farben. Selma nannte sie nur Lale, das türkische Wort für Tulpe, die Fremd-Vertraute. Nesthäkchen Judith war eine Schachblume, gean und hatte selbst im Herbst noch Kraft für Farben. Selma nannte sie nur Lale, das türkische Wort für Tulpe, die Fremd-Vertraute. Nesthäkchen Judith war eine Schachblume, gesetzlich geschützt, weil vom Aussterben bedroht, und so schön in ihrer lila-weißen Zartheit. Wäre Hanna eine Blume gewesen, dann am liebsten eine Hortensie. Nach der Blüte in der Vase getrocknet, blieb sie noch jahrelang schön.“ (S. 193)

Ein als Blumenstrauß erzähltes ganz gewöhnliches deutsches Jahrhundertleben von Hanna, die als wenig geliebte Halbschwester im Blumenladen ihrer älteren Schwester arbeitet und die die Leidenschaft für Blumen ihr ganzes Leben begleitet. Sämtliche Widrigkeiten des vergangenen Jahrhunderts ziehen eine breite Schneise durch ihr Leben: Krise, Nationalsozialismus, Krieg, der Verlust mehrerer Kinder, der Sozialismus in der DDR, während derer sie als Kranführerin arbeitet.

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Beschreibung

'Eine erstklassige Mischung aus Anekdoten, Analysen und Alkohol. Hört auf diese Frauen!' Katja Oskamp - SPIEGEL-Bestseller Drei Freundinnen, ein Küchentisch, vor den Fenstern die Nacht: Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann reden. Über sich als Ostfrauen, was auch immer diese Schublade bedeutet, über das Glück krummer Lebensläufe, über die Gegenwart mit ihrer sich ständig reindrängelnden Vergangenheit. Es wird getrunken, gelacht und gerungen, es geht um Erinnerungsfetzen und Widersprüche, um die Vielschichtigkeit von Prägungen und um mit den Jahren fremd gewordene Ideale. Im japanischen Volksglauben gibt es Geister, die aus achtlos weggeworfenen Dingen geboren werden - 'wie sähe der Dinggeist der DDR aus?', fragen die drei. Ihr Buch ist dem Erinnern und dem Sich-neu-Erfinden gegenüber so gewitzt und warmherzig, wie es jede große Gesellschaftsdiskussion verdient.